Guillain-Barré-Syndrom | Neuro-Depesche 9/2005

Rest-Neuropathie auch noch nach Jahren

Das Outcome von Patienten mit einem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist generell gut, doch bleiben vielen Patienten Residualsymptome, vor allem in Form von Neuropathien. Diese wurden nun qualitativ und quantitativ analysiert.

Bei 40 GBS-Patienten wurden durchschnittlich sieben Jahre nach dem Akutereignis mit einer Testbatterie motorische, sensorische und autonome Funktionen überprüft. Sie beantworteten den Lebensqualitätsfragebogen SF-36, 40 Gesunde dienten als Kontrollen. Bei 19 Patienten (48%) bestand eine Neuropathie-Restsymptomatik. Sie war unabhängig vom zeitlichen Abstand zum Ereignis. Im SF-36 gaben die GBS-Patienten Einschränkungen der körperlichen Befindlichkeit an. Diese Subskalenwerte korrelierten mit dem Neuropathy Rank Sum Score, der als Summe der motorischen, sensorischen und autonomen Funktionen die Schwere der Neuropathie angibt. Die GBS-Patienten wiesen im Einzelnen eine geringere Muskelkraft bei dorsaler Flexion des Knöchels auf, die Vibrationsschwellenwerte am Fuß und die Kälte-Schwellenwerte an Händen und Füßen waren erhöht (p < 0,05). Autonome Funktionen und Schmerzschwellen waren nicht beeinträchtigt. (bk)

Quelle: de la Cour, CD: Residual neuropathy in long-term population-based follow-up of Guillain-Barré syndrome, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 64 (2005), Seiten: 246-253

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