Eradikation von Polio | Neuro-Depesche 11/2018

Rückschläge auf den letzten Metern?

Mit Impfungen lassen sich Krankheiten im Prinzip weltweit vollständig auslöschen, wie bei den Pocken gezeigt wurde. Dies sollte im Fall der Kinderlähmung erreicht werden, doch die Skepsis steigt.

Vergangenes Jahr wurden nach Angaben der Global Polio Eradication Initiative (GPEI) dank der weltweiten Impfung nur 22 Fälle von Infektionen mit dem Polio-Wildvirus registriert, ein Rückgang gegenüber 1998 um 99,9%. Die Bemühungen um eine vollständige Auslöschung von Polio sind laut Michel Zaffran, Direktor des Polio-Eradikationsprogramms der WHO, jedoch ins Stocken geraten.
Das Polio-Wildvirus ist noch endemisch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria. Sorgen macht vor allem eine Mutante, die von dem abgeschwächten Typ-2-Lebendvirus im Impfstoff stammt. Seit dem Jahr 2000 hat es bereits knapp 760 derartiger Infektionen in 21 Ländern gegeben.
Im Jahr 2016 war der Typ 2 aus dem trivalenten oralen Impfstoff herausgenommen worden. Dessen Mutante scheint sich dennoch weiter auszubreiten. In Problemländern wie Pakistan gibt es hartnäckige Widerstände gegen Impfkampagnen. Die Erfolge könnten größer sein, wenn die Helfer von Einheimischen gestellt würden. In jedem Fall muss das Eradikationsprogramm intensiviert und vorangetrieben werden. WE

Quelle:

Devi S: Setbacks in the fght to eradicate polio. Lancet 2018; 392, 201-2

ICD-Codes: A80.9

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