Befragung in Kanada | Neuro-Depesche 9/2019

PTBS bei Ärzten gehäuft?

Die Lebenszeitprävalenz einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) beträgt ca. 8 % in der Bevölkerung und ist bei exponierten Personen wie Soldaten, Polizisten und Rettungskräften höher – auch bei Ärzten. An der Uniklinik von British Columbia wurde untersucht, wie häufig ihre Assistenzärzte an einer PTBS leiden.
43 Assistenzärzte füllten einen Online-Fragebogen aus, der u. a. die DSM-5-basierte PTBS-Checkliste PCL-5 enthielt. 38 mit vollständigen Daten waren auswertbar.
Nur ein Befragter (2,5 %) gab an, kein traumatisches Ereignis erlebt zu haben. Die anderen Ärzte waren Zeuge geworden von Tod (60,5 %), Gewalt (24,0 %), Behandlungsfehler (8,0 %) und Mobbing (5,0 %).
Unter den 38 Befragten betrug der durchschnittliche PCL-5-Wert 10,3. Vier Ärzte (10,5 %) hatten bei einem PCL-5-Cut-off- Wert ≥ 33 „mögliche“ und einer (2,5 %) mit einem PCL-Score > 50 „wahrscheinliche“ PTBS-Symptome. Dabei waren die PCL-5- Scores unabhängig vom Jahr der Fortbildung und der Art des Traumas.
Da PTBS-Symptome Arbeitsmoral und Behandlungsqualität verschlechtern können, sollten deren Erkennung und Behandlung unter Ärzten gefördert werden. HL
Quelle: Lo T et al.: Post-traumatic stress disorder in resident physicians. Cureus 2019; 11(6): e4816 [Epub 3. Juni; doi: 10.7759/cureus.4816]

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