Alzheimer-Risiko | Neuro-Depesche 5/2001

Protektion durch entzündungshemmende Therapie?

Auch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Einnahme entzündungshemmender Medikamente und dem Erkrankungsrisiko für eine Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) bzw. dem Fortschreiten des Syndroms sind Gegenstand der Diskussion. Nun wurde in einer Fall-Kontroll-Studie geprüft, ob möglicherweise die Höhe der verabreichten Dosis das Alzheimer-Risiko beeinflusst.

In einer Bevölkerungsstichprobe der Sydney Older Persons Study (n = 537, Durchschnittsalter 81 Jahre) wurden nach ICD-9-Kriterien 163 Demente identifiziert. 78 wiesen eine reine DAT, 45 eine gemischte Demenz (vaskulär + DAT) und 40 eine Demenz anderer Ursache auf. Sie wurden hinsichtlich der Einnahme von 50 Medikamenten bzw. Medikamentengruppen mit den 373 nicht-dementen Kontrollpersonen verglichen. In der Gruppe mit Alzheimer-Erkrankung fand sich eine inverse Korrelation zum Gebrauch nichtsteroidaler Antiphlogistika und von Acetylsalicylsäure. Dieser Zusammenhang, der sich für keine andere Demenzform ergab, blieb auch in der schrittweisen Regressionsanalyse signifikant. Hingegen beeinflussten die verabreichten Antiphlogistika in niedriger, mittlerer oder hoher Dosis die Korrelationen nicht. Da die meisten niedrige Dosen erhalten hatten, scheint ein protektiver Effekt nicht auf direkten entzündungshemmenden Mechanismen zu beruhen.

Quelle: Broe, GA: Anti-inflammatory drugs protect against alzheimer disease at low doses, Zeitschrift: ARCHIVES OF NEUROLOGY, Ausgabe 57 (2000), Seiten: 1586-1591

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