Anfallsinduzierung? | Neuro-Depesche 12/2014

Prä- und postiktaler Kopfschmerz

Triggern Kopfschmerzen epileptische Anfälle und/oder umgekehrt? Die Häufigkeit eines prä- und postiktalen Kopfschmerzes wurde jetzt von chinesischen Neurologen untersucht.

Die Befragung von 1109 Patienten, die ambulant in einem Epilepsie-Center in Beijing behandelt wurden, ergab eine Einjahreskopfschmerz- Prävalenz von 60,1% (Männer: 57,2%; Frauen: 63,8%) Eine interiktale Migräne lag bei 11,7% (M: 8,9%, F: 15,3%) vor – deutlich häufiger als in der Normalbevölkerung (8,5%; M: 5,4%, F: 11,6%). Ein postiktaler Kopfschmerz wurde von 34,1% der Befragten berichtet (M: 32,7%, F: 35,2%), ein präiktaler Kopfschmerz dagegen nur von 4,5% (M: 4,3%, F: 5,2%). JL

KOMMENTAR

Kopfschmerz und Migräne sind bei Epilepsie- Patienten häufiger als in der Bevölkerung. Die hohe Prävalenz postiktaler Kopfschmerzen spricht für eine Triggerung von Anfällen. Die niedrige Frequenz präiktaler Kopfschmerzen dagegen macht eine Anfalls - induzierung unwahrscheinlich – und zugleich den Nachweis schwierig, dass Kopfschmerzen doch Anfälle auslösen können.


Quelle:

Wang XQ et al.: High prevalence of headache in patients with epilepsy. J Headache Pain 2014; 15(1): 70 [Epub: 15.11.2014; doi: 10.1186/1129-2377- 15-70]

ICD-Codes: G43.9 G40.

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