Körperliche Aktivität | Neuro-Depesche 11/2018

Parkinson-Risiko bei den Männern reduziert

Männer, die eine mindestens mäßige bis starke körperliche Aktivität ausüben, reduzieren ihr Risiko, an einem Morbus Parkinson zu erkranken, deutlich. Frauen profitierten dagegen nicht so stark – so eine kürzlich publizierte Metaanalyse.

Trotz zahlreicher Hinweise fehlt eine umfassende Bewertung des quantitativen Zusammenhangs zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko einer Parkinson-Erkrankung. Diese Lücke sollte nun eine Metaanalyse schließen, für die acht prospektive Studien mit 2192 Parkinson-Patienten und 544 336 Kon-trollpersonen berücksichtigt wurden. Die Patienten wurden im Mittel zwölf Jahre (6,1–22 Jahre) lang beobachtet.
Das gepoolte relative Risiko (RR) für eine Parkinson-Erkrankung wurde sowohl bei moderater als auch bei ausgeprägter körperlicher Aktivität deutlich reduziert. Es betrug insgesamt 0,79 (95%-KI: 0,68–0,91) bei jeglicher und 0,71 (95% CI, 0.58-0.87) bei mindestens mittelgradiger Aktivität. Teilnehmer in der höchsten Aktivitätskategorie hatten also ein um 29% niedrigeres Parkinson-Risiko als diejenigen mit der niedrigsten Aktivitätskategorie. Der Zusammenhang war bei den Männern ausgeprägter als bei den weiblichen Patienten.
Im Gegensatz dazu korrelierte eine nur leichte körperliche Aktivität mit dem Parkinson-Risiko nicht signifikant (RR 0,86; 95-KI: 0,60–1,23).
Eine Dosis-Response-Analyse (aus sechs Studien) ergab, dass für jeden Anstieg der metabolisch definierten Trainingsanstrengung (10 Äquivalente/h/Woche) das Parkinson-Risiko der Männer sank: insgesamt um 10% und bei moderater bis starker Aktivität um 17%. Bei den Frauen ergab sich auch in diesem Parameter kein signifikanter Zusammenhang.
Geographische Region, Follow-up-Dauer, Populationsgröße oder Studienqualität beeinflussten die Ergebnisse übrigens nicht. GS

Kommentar

Eine relevante körperliche Aktivität stellt nach diesen Ergebnissen einen wichtigen Schutzfaktor vor einer Parkinson-Erkrankung dar – vor allem bei Männern. Die Autoren fordern nun prospektive Studien zu diesem Zusammenhang. Außerdem sollten die Faktoren erforscht werden, die für den beobachteten Unterschied zwischen den Geschlechtern verantwortlich sind.


ICD-Codes: G20

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