Neuer Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Agonist | Neuro-Depesche 10/2019

Ozanimod-Effekte auf Hirnatrophie und Kognition

In der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie SUNBEAM hatte das noch nicht zugelassene orale Ozanimod die Schubrate, die MS-Aktivität in der MRT und die Hirnatrophie- Rate signifikant stärker verringert als Interferon-beta (IFNb) 1a (i.m.). Die Zusammenhänge zwischen der ebenfalls signifikanten Wirkung des S1P-Rezeptor-Agonisten auf kognitive Leistungen und der zugleich beobachteten verringerten Atrophie der grauen Substanz und des Thalamus wurden in einem Poster auf dem 35. ECTRIMS beleuchtet.
In der SUNBEAM-Studie hatten RMS-Patienten über ein Jahr oral Ozanimod (1,0 oder 0,5 mg/d) oder aber 30 μg/Woche IFNß-1a (i.m.) erhalten. In einer explorativen Post-hoc-Analyse (n = 853) wurden jetzt Korrelationen zwischen der mittleren prozentualen Veränderung (MPC) des Volumens der kortikalen grauen Substanz (CGM) und des Thalamus-Volumens (TV) gegenüber Baseline mit der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit (CPS) nach zwölf Monaten analysiert. Die CPS-Veränderungen wurden dabei kategorisiert in eine klinisch relevante SDMT-Verbesserung (Zunahme ≥ 4 Punkte), eine ebensolche Verschlechterung (≥ 4 Punkte Abnahme) oder Stabilität (< 4 Punkte Veränderung). Unter Ozanimod (1 mg/d; n = 427) hatten mit 35,6 % vs. 27,9 % in Monat 12 signifikant mehr SUNBEAM-Teilnehmer eine relevante SDMT-Verbesserung erreicht als unter IFNß-1a (i.m.) (n = 423). Die Rate an SDMTVerschlechterungen fiel mit 22,0 % vs. 28,2 % ebenfalls zugunsten des S1P-Rezeptor- Agonisten aus. Nach Abgleich der Baseline- und 12-Monatsdaten fiel der Verlust an CGM unter Ozanimod (1 mg/d) stets niedriger aus als unter IFNß-1a (i.m.): sowohl in der Gruppe mit SDMT-Verbesserung (MPC: -0,01 % vs. -1,05 %; p < 0,0001) als auch der mit SDMT-Verschlechterung (MPC: -0,17 % vs. -0,97 %; p < 0,0001). Die war auch für den TV-Verlust der Fall, erneut bei Patienten mit einer SDMT-Verbesserung (MPC: -1,06 % vs. -1,70 %; p = 0,0044) als auch jenen mit einer SDMT-Verschlechterung (MPC: -1,02 % vs. -2,01 %; p = 0,0021). Mehrere Studien zeigen, dass Volumenreduktionen der kortikalen grauen Substanz und vor allem des Thalamus mit kognitiven Verschlechterungen assoziiert sind. Dies legen auch die aktuellen Daten nahe. Beide Parameter wurden unter Ozanimod (1 mg/d) stärker positiv beeinflusst als unter IFNß-1a (i.m.). JL
Quelle: Posterpräsentation: Schippling S et al.: Effect of ozanimod on the relationship between changes in ... Poster P980. 35. Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS), Stockholm, 12. Sept. 2019

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