Vorhofflimmern | Neuro-Depesche 12/2013

NOAKs – sicherer Schlaganfallschutz

Die neuen oralen Antikoagulantien (NOAKs) gehen mit einem signifikant geringeren Risiko für intrakranielle Blutungen einher als die Vitamin K-Antagonisten (VKA). Damit machen Wirkstoffe wie Rivaroxaban die Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern sicherer.

Die Sorge, es könne zu einer Hirnblutung kommen, ist nach Prof. Dr. Thorsten Steiner, Frankfurt-Höchst, ein wesentlicher Grund für die eklatante Unterversorgung von Patienten mit bekanntem Vorhofflimmern. Dass die Gefahr unter Rivaroxaban eindeutig niedriger als bei den VKA ist, hat die ROCKET AF-Studie belegt. Mittlerweile liegen die Ergebnisse umfassender Subgruppenanalysen vor und zeigen nachProf. Dr. Roland Veltkamp, Heidelberg, ein konsis­tentes Bild: Intrakranielle Blutungen treten unter Rivaroxaban in allen Subgruppen – bei Patienten mit bereits vorangegangenem Schlaganfall oder TIA, bei Patienten über 75 Jahren, bei Herzinsuffizienz, Diabetes und ausgeprägter Niereninsuffizienz – statis­tisch eindeutig seltener auf als unter Warfarin.

Das macht laut Steiner bei einem akuten Schlaganfall unter Umständen sogar eine Thrombolyse möglich. Denn ist der Einnahmezeitpunkt von Rivaroxaban bekannt und liegt lange genug zurück, so kann aufgrund der vergleichsweise kurzen Halbwertszeit eine solche Maßnahme erwogen werden, wenn nicht die Ergebnisse von Gerinnungstests dagegen sprechen.

Rivaroxaban ist zudem einfacher zu handhaben als VKA, erläuterte PD Dr. Jan Beyer-Westendorf, Dresden: „Wird unter der Antikoagulation ein chirurgischer Eingriff erforderlich, so ist anders als bei VKA keine lange Therapiepause und kein umständliches Bridging mit Heparin erforderlich“. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit und dem anschließend raschen erneuten Wirkeintritt reicht bei dem NOAK eine Therapiepause von wenigen Tagen ohne Bridging. CV

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