Internationale Expertendiskussion | Neuro-Depesche 6/2011

Neue und bewährte Therapieansätze nutzen

Obwohl die Erforschung der Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) stetig voranschreitet und sich neue Ansätze zur Früherkennung und Diagnose ergeben, bleiben viele Patienten ohne adäquate Therapie. Auf einem internationalen Symposium diskutierten Demenzexperten nun die aktuellen (Be-)Handlungsmöglichkeiten. Ein Fokus lag dabei auf dem etablierten AChE-Hemmer Donepezil.

„Mittlerweile ist das Verständnis für die Pathophysiologie der Alzheimer-Demenz fortgeschritten“, erläuterte Prof. Harald Hampel, Frankfurt a. M. Im Mittelpunkt der Früherkennung im präklinischen Stadium steht derzeit die Bestimmung von Biomarkern. Sehr gut validiert seien Liquormarker (t-Tau, p-Tau, Aβ1-42), Befunde der strukturellen Bildgebung (cMRT) und nuklearmedizinische Verfahren wie z. B. die F-FDG-PET (Glukosestoffwechsel) oder Amyloid-darstellende PET-Verfahren. Sie können gerade bei klinisch nicht eindeutigen Fällen eine Hilfe sein.

Die DAT „bleibt nach wie vor unterdia­gnos­tiziert und unterversorgt“, schilderte Prof. Lutz Frölich, Mannheim/Heidelberg, da gängige Klassifikationssysteme erst greifen, wenn sich deutliche alltagsrelevante Defizite zeigen. Wichtig ist vor diesem Hintergrund nicht nur eine frühe Diagnose, „sondern vor allen Dingen die sofortige Einleitung einer antidementiven Therapie“.

„Nach dem jüngsten Scheitern vieler Präparate in Phase III“, bekräftigte Prof. Roy Jones, Bath/UK, „müssen wir weiterhin auf die vorhandenen Therapien zurückgreifen und diese in die individuelle Behandlung so integrieren, dass sie für den Patienten das Maximale erwirken.“ AChE-Hemmer wie Donepezil haben bei leichter bis mittelschwerer DAT beispielsweise einen nachgewiesenen Nutzen in der Symptomdomäne Kognition. Den S3-Leitlinien zufolge soll stets die maximal verträgliche Dosis angestrebt werden. Im Falle von Donepezil stellt bereits die Anfangsdosierung von 5 mg/d eine wirksame Erhaltungsdosis dar. Somit kann sich der Arzt schon in den ersten Wochen ein Bild davon machen, ob die Behandlung in einer wirksamen Dosierung vertragen wird, und mit diesem Wissen nach einem Monat über eine Dosiserhöhung auf 10 mg/d entscheiden. JL

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