Poster zu Ocrelizumab auf dem 5. EAN | Neuro-Depesche 9/2019

Neue Daten zu Schmerzreduktion und Sicherheit

Mehrere auf dem 5. EAN-Kongress präsentierte Poster befassten sich mit Ocrelizumab bei Patienten mit schubförmiger MS (RMS) und mit progredienten MS-Formen (SPMS, PPMS). Neue Daten zeigen u. a. eine schmerzreduzierende Wirkung des Anti-CD20-Antikörpers und bestätigen das konstant positive Sicherheitsprofil über mehr als fünf Jahre.
Auswertungen der Studien OPERA I und II (bei RMS) und ORATORIO (bei PPMS) ergaben, dass die bei MS-Patienten häufigen und belastenden Schmerzen unter Ocrelizumab verringert werden können: Die anhand des Fragebogens Short Form-36 (SF- 36) ermittelten körperlichen Schmerzen waren deutlich seltener als unter Interferon (IFN) beta 1a s.c. bzw. Placebo. Die Schmerzreduktion könnte, so die Autoren, auf einer verringerten Neuroinflammation durch die B-Zell-Depletion beruhen.
Die Sicherheitsdaten aus der gepoolten Analyse aller klinischer Studien (insgesamt 12.559 Patientenjahre [PJ]) bestätigen das konsistente Nutzen-Risiko-Profil der Ocrelizumab- Therapie, wie ein EAN-Poster zeigt. So war die Rate unerwünschter Ereignisse pro 100 PJ auch nach mehr als fünf Jahren gegenüber den zulassungsrelevanten RMS- und PPMS-Studien unverändert. U. a. blieb auch die Inzidenz maligner Neubildungen einschließlich des Brustkrebses bei Frauen unter Ocrelizumab auf dem Niveau epidemiologischer Daten.
Auf dem EAN vorgestellt wurde auch die MANUSCRIPT-Studie zur Langzeitbeobachtung schwerer unerwünschter Ereignisse (UE) wie schwerwiegende Infektionen im Behandlungsalltag. Es sollen die Daten MS-spezifischer Register von mehr als 5.000 Ocrelizumab-behandelten Patienten über knapp zehn Jahre ausgewertet werden. JL
Quelle: Posterpräsentation: Robertson D et al., Poster POD183; Hauser SL et al., ePresentation EPR2072; Wormser D et al., Poster EPO3217; 5. Kongress der European Academy of Neurology (EAN), Oslo, 29. Juni bis 2. Juli 2019. 

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