| Neuro-Depesche 10/2002

Nervenläsion durch Blutabnahme

Venenpunktionen sind im Alltag so häufig, dass sie nur noch selten als invasive Maßnahme empfunden werden. Komplikationen sind in der Literatur kaum dokumentiert. Hier wird der Fall einer Verletzung des Nervus cutaneus antebrachii lateralis geschildert.

Ein 29-jähriger Linkshänder beklagte bei einer Blutentnahme in der linken Ellenbeuge einen bis in den Daumen einschießenden Schmerz. Dieser ließ sofort nach, kehrte aber am nächsten Tag zusammen mit einer Sensibilitätsminderung im lateralen Unterarm zurück. Die Einstichstelle war zu Beginn geschwollen und die Palpation nach zwei Tagen löste erneut die zuvor empfundenen Schmerzen aus. Nach einer Woche war die Stelle klinisch unauffällig, Armkraft und -beweglichkeit waren nicht eingeschränkt. Die Oberflächensensibilität war im Bereich des Nervus cutaneus antebrachii lateralis vermindert. Dies wurde mittels der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit objektiviert. Die motorischen Fasern des N. medianus und ulnaris sowie die sensorischen Fasern des N. radialis und medianus waren unversehrt. Im nächsten halben Jahr beklagte der Patient Dysästhesien im gesamten linken Arm. Die Aktionspotentiale waren jetzt normal und es gab keinen Hinweis auf andere neurologische Erkrankungen wie etwa einen Morbus Sudeck. Weitere Untersuchungen lehnte der Patient ab.


Quelle: Stitik, TP: Phlebotomy-related lateral antebrachial cutaneous nerve injury, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF PHYSICAL MEDICINE AND REHABILITATION, Ausgabe 111 (2001), Seiten: 230-234

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