Neue Konvulsionstherapie | Neuro-Depesche 9/2004

MST wird besser vertragen als EKT

Aufgrund kognitiver Nebenwirkungen ist die Anwendung der herkömmlichen Elektrokrampftherapie (EKT) trotz hoher Wirksamkeit bei schwerer Depression begrenzt. Vor kurzem wurde mit der magnetischen Anfallstherapie (Magnetic Seizure Therapy, MST) eine verträglichere Form der Konvulsionsbehandlung entwickelt.

Bei zehn stationären Patienten mit schwerer Major Depression wurde in zwei Sitzungen mittels MTS oder EKT die Krampfschwelle ermittelt. In den anschließenden zwei Sitzungen erfolgte - ganz überwiegend unilateral - die jeweilige Induktion eines tonisch-klonischen Krampfanfalls. Nach jeder Sitzung wurden neuropsychologische Tests durchgeführt. MST-induzierte Anfälle hatten eine kürzere Dauer, eine niedrigere iktale EEG-Amplitude und eine geringere postiktale EEG-Suppression. MST-behandelte Patienten gaben zudem weniger Nebenwirkungen an und waren schneller orientiert. Besonders Störungen der Aufmerksamkeit, retrograde Amnesie und Probleme mit Kategorisierungsaufgaben waren bei ihnen seltener. Aussagen zur antidepressiven Wirksamkeit können derzeit allerdings noch nicht gemacht werden.

Quelle: Lisanby, SH: Safety and feasibility of magnetic seizure therapy (MST) in major depression: randomized within-subject comparison with electroconvulsive therapy, Zeitschrift: NEUROPSYCHOPHARMACOLOGY, Ausgabe 28 (2003), Seiten: 1852-1865

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