Multiple Sklerose | Neuro-Depesche 9/2019

MS-Patienten auf TB testen

Hierzulande breiten sich seit 2015 Tuberkulose (TB)-Infektionen aus. Wie hoch dieses Risiko unter den immunmodulatorischen MS-Therapien ist, lässt sich aufgrund fehlender Daten schlecht einschätzen. Dessen ungeachtet veröffentlichte das KKNMS jetzt eine grobe Einschätzung und Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie.
Das KKNMS teilte die zugelassenen MSMedikamente in drei Risiko-Kategorien ein. Unter Glatirameracetat und Interferon- beta wird wegen eines fehlenden Risikos kein TB-Test empfohlen. Die meisten Medikamente (Ausnahme Alemtuzumab und Cladribin mit hohem Risiko und speziellem Vorgehen) fallen in die mittlere Risikokategorie: VOR Start einer Therapie mit Dimethylfumarat, Fingolimod, Mitoxantron, Natalizumab, Ocrelizumab und Teriflunomid sollten die individuellen Risikofaktoren erhoben werden (nicht aber unter schon laufenden Therapien).
Risikofaktoren sind u. a. Immigration aus Regionen mit hoher TB-Prävalenz, Leben in der Großstadt, positive TB-Familienanamnese, manifeste TB in den letzten zwei Jahren, Nikotin-, Alkohol- und Drogenmissbrauch, BMI < 20, vorherige Immuntherapien, wiederholte Kortison-Pulse und andere Situationen mit geschwächter Immunabwehr. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko sollte zumindest eine TB-Testung erfolgen. HL
Quelle: Pressemitteilung des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS), 16. Juli 2019 (www.kompetenznetz-multiplesklerose.de)

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