Safinamid-Wirkungen in der Real World | Neuro-Depesche 1/2019

Motorik, NMS und Lebensqualität gebessert

Über die randomisierten, kontrollierten Studien hinaus liegen zu dem dopaminerg und antiglutamaterg wirkenden Safinamid inzwischen die Ergebnisse mehrerer Phase-IV-Studien zu den Therapieeffekten im Behandlungsalltag vor. Sie belegen, dass sich in der Real World durch den dualen Wirkansatz nicht nur Fluktuationen wie Wearing-Off, die Motorik insgesamt und relevante Dyskinesien bessern, auch die nicht-motorischen Symptome (NMS) verringern sich - und die Lebensqualität steigt. Dies erläuterten Parkinson-Experten auf einem Satellitensymposium von Zambon auf dem 91. DGN-Kongress in Berlin.

„NMS wie Depressivität, Schlafstörungen, Müdigkeit, Harnblasenprobleme, Schmerzen etc. müssen beachtet und adäquat behandelt werden, um für den Patienten eine akzeptable Lebensqualität zu erhalten“, betonte Prof. Heinz Reichmann, Dresden. So ist die Verbesserung der Schmerzsymptomatik, wie sie unter Safinamid in einer neuen Post-hoc-Analyse der zweijährigen Studie 018 belegt wurde, für die Patienten bedeutsam, weil sie sich direkt auf ihr Wohlbefinden auswirken und dem Entstehen von Depressivität entgegenwirken kann, so der Neurologe.
Auswertungen mehrerer Phase-IV-Studien an insgesamt mehr als 2.000 Patienten belegen das hohe Potenzial von Safinamid im Therapiealltag – sowohl auf die Motorik als auch auf NMS und die Lebensqualität, berichtete Prof. Wolfgang Jost, Wolfach. Die umfassende Wirkung belegt u. a. die Real- World-Studie X-TRA: In dieser typischen Parkinson-Population nahmen die motorischen Symptome nach MDS-UPDRS Teil III unter der Add-on-Therapie mit Safinamid um 6,8 Punkte ab. „Fast schon spektakulär“, betonte Jost, dies entspricht dem, „was wir in den Zulassungsstudien unter Dopaminagonisten gesehen haben“. Die NMS verringerten sich auf der Non-Motor Symptom Scale um 9,3 Punkte, und die Lebensqualität der Patienten stieg mit einem Score-Rückgang um 4,3 Punkte im Parkinson's Disease Questionnaire-8 signifikant an. Schließlich wurden auch die Dyskinesien um 0,9 Punkte des Abnormal Involuntary Movement Score (AIMS) reduziert.
Dass Safinamid im Therapiealltag eine Option für sehr viele Patienten darstellt, belegte Prof. Dirk Woitalla, Essen, anhand mehrerer Kasuistiken. Seinen Erfahrungen nach kann die Add-on-Therapie mit Safinamid u. a. bei Patienten mit ausgeprägter On-Off-Symptomatik und Freezing im Rahmen eines Wearing-Off erfolgreich sein. Dies trifft auch auf Patienten mit dominierenden Rigor/Krämpfen und assoziierten Schmerzen zu. Nicht zuletzt stellt Safinamid eine Behandlungsalternative bei COMT-Hemmer-bedingten Diarrhöen und bei Impulskontrollstörungen (ICD) unter Dopaminagonisten dar. Dass unter dem gut verträglichen, interaktionsarmen Safinamid kein umfangreiches Monitoring notwendig ist, hob Reichmann in Berlin hervor, „macht die Substanz im Handling einfach“. JL

Quelle:

Sattellitensymposium„Klinische Daten und Real World Experience beim fortgeschrittenen M. Parkinson: Erfahrungen mit Safinamid“, 91. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Neurowoche, Berlin, 01.11.2018. 

 

ICD-Codes: G20

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