Schon bei Erkrankungsbeginn

Neuro-Depesche 11/2003

Mehr als 50% sind kognitiv beeinträchtigt

MS-Patienten leiden in späten Krankheitsstadien häufig unter kognitiven Störungen. Nun wurde deren Prävalenz in frühesten Krankheitsabschnitten untersucht. Offenbar zeigen mehr als die Hälfte der Patienten eine relevante Beeinträchtigung.

Studienteilnahmer waren 67 unbehandelte Patienten mit wahrscheinlicher MS im Alter von durchschnittlich 32 Jahren, deren neurologische Erstsymptome längstens vor einem Monat aufgetreten waren. Ihre kognitiven Funktionen wurden u. a. mittels "Brief Repeatable Battery-Neuropsychological (BRB-N) untersucht, einer bei MS-Patienten validierten Skala. Zudem wurden der neurologische Status erhoben und T1- und T2-gewichtete Kernspinaufnahmen (MRT) analysiert. 94% der 67 Patienten hatten in den kognitiven Tests mindestens ein unzureichendes Ergebnis. Mit 53,7% litten mehr als die Hälfte unter einer kognitiven Beeinträchtigung, definiert als ein BRB-N-Testergebnis eine Standardabweichung unter dem gesunder Personen. Besonders häufig beeinträchtigt waren die verbale Fluenz und Leistungen im Bereich von Aufmerksamkeit/Konzentration. Kognitive Defizite korrelierten weder mit dem Grad der neurologischen Behinderung nach EDSS noch mit der Krankheitsaktivität nach den MRT-Aufnahmen.

Quelle: Achiron, A: Cognitive impairment in probable multiple sclerosis., Zeitschrift: JOURNAL OF NEUROLOGY, NEUROSURGERY AND PSYCHIATRY, Ausgabe 74 (2003), Seiten: 443-446
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