MS-Risiko drastisch erhöht | Neuro-Depesche 11/2002

Management der Optikusneuritis

Die Prognose der Optikusneuritis ist gut, nur bei ca. 6% der Betroffenen persistieren längerfristig erhebliche Visusminderungen. Das Risiko, eine manifeste MS zu entwickeln, beträgt nach Optikusneuritis auf lange Sicht jedoch bis zu 75%. Was also tun?

Bei akuter Optikusneuritis werden Kortikosteroide wie Prednisolon oder Methylprednisolon in unterschiedlichen Dosen eingesetzt. Die Hochdosis-Pulstherapie scheint besonders vorteilhaft zu sein. Metaanalysen zeigen, dass durch Steroide eine schnellere Besserung des Visus erzielt werden kann, wenn auch die Langzeitergebnisse zur Sehschärfe unbeeinflusst bleiben. In Bezug auf die Optikusneuritis als Erstmanifestation einer MS haben Studien wie CHAMPS und ETOMS gezeigt, dass die immunmodulierende Therapie mit Beta-Interferonen die Entstehung einer klinisch manifesten MS reduzieren kann. Zum Einsatz von Immunglobulinen in der Therapie der Optikusneuritis bestehen positive Studienergebnisse, allerdings scheint eine Besserung nur bei stabiler MS-Situation aufzutreten. Diverse Studien haben gezeigt, dass spezifische Veränderungen im MRT gute Surrogatmarker für die Aktivität und Progression der MS sind. Die MRT sollte daher auch bei isolierter Optikusneuritis (wiederholt) eingesetzt werden.

Quelle: van Stavern, GP: Management of optic neuritis and multiple sclerosis, Zeitschrift: CURRENT OPINION IN OPHTHALMOLOGY, Ausgabe 12 (2001), Seiten: 400-407

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