Neuro-Depesche 3/2018

KiGGS: Kinder und Jugendliche in Deutschland

Lebensqualität und psychische Probleme

Die KiGGS ist eine Langzeitkohortenstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Jüngst wurden die Resultate der longitudinalen KIGSS-Substudie BELLA publiziert. Danach sind es vor allem psychische Probleme der Kinder, die ihre Lebensqualität verschlechtern.

Die BELLA-Studie umfasst 1554 Teilnehmer (anfängliches Alter 11–17 Jahre) und drei Untersuchungszeitpunkte (Baseline, nach einem und nach zwei Jahren). Die selbstberichtete gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) wurde mit dem KIDSCREEN-10 Index erfasst.
Zu Baseline berichteten die Mädchen eine geringere HRQoL als die Jungen (p < 0,001). Dies betraf insbesondere die älteren Teilnehmer. Mit Signifikanz (je p < 0,001) mit einer niedrigeren HRQoL (die 8% der Kinder aufweisen) einhergehende Faktoren waren niedriger sozioökonomischer Status (23%) und Migrationshintergrund (8%). Weitere signifikant mit der Lebensqualität negativ assoziierte Faktoren waren psychische Probleme – sowohl der Befragten (11%) als auch der Eltern (8%).
Signifikant positiv auf die HRQoL der Kinder und Jugendlichen wirkten sich dagegen eine hohe Selbstwirksamkeit, ein gutes Familienklima und eine große soziale Unterstützung aus.
Die Längsschnittanalyse zeigt bei den Mädchen im Verlauf einen geringeren Anstieg der HRQoL als bei den Jungen, besonderes unter den jüngeren Teilnehmern. Während jetzt keine Effekte der elterlichen psychischen Probleme oder des Familienklimas festgestellt wurden, waren erneut psychische Probleme der Kinder negativ sowie Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung positiv mit der HRQoL korreliert.
Interessanterweise hatte keiner der protektiven Faktoren auf die Zusammenhänge zwischen den psychischen Problemen und der niedrigeren HRQoL einen moderierenden Einfluss. HL

Kommentar

Psychische Probleme als Risikofaktor für eine niedrigere Lebensqualität der jungen Menschen sollten in Präventionsprogrammen ebenso berücksichtigt werden wie die eindeutig positiven Faktoren Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung.


Quelle:

Otto C et al. für die BELLA Studiengruppe: Risk and protective factors of health-related quality of life in children and adolescents: Results of the longitudinal BELLA study. PLoS One 2017; 12(12): e0190363 [Epub 28. Dez.; doi: 10.1371/journal.pone.0190363]



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