Erschöpfte MS-Patienten

Neuro-Depesche 3/2007

Lebensqualität bei "kognitiver Fatigue”

Ungefähr 70% der Patienten mit MS leiden unter einer Fatigue. Bislang gibt es keine Untersuchungen dazu, welchen Einfluss diese Symptomatik auf die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen und ihre Lebensqualität hat.

259 MS-Patienten in Israel wurden mit dem Fatigue Severity Scale (FSS) gescreent. Bei 158 mit Fatigue-Hinweis kam die Fatigue Impact Scale (FIS) und ein Lebensqualitätsfragebogen (RAYS) zum Einsatz. 118 Betroffene waren weiblich, 91,7% wiesen eine schubförmige MS auf. Im Durchschnitt betrug ihr Alter 41 Jahre, die MS-Dauer lag bei 6,2 Jahren, ihr EDSS-Score bei 2,9. Der durchschnittliche FIS-Score betrug 77.

Die Fatigue-Beschwerden dauerten bei 69% der Betroffenen länger als ein Jahr an. In 30,9% der Fälle unterlag sie keinen tageszeitlichen Schwankungen. Bei mehr als der Hälfte der Patienten trat die Fatigue unabhängig von körperlicher Aktivität auf. 37% hatten ernste Schwierigkeiten, geistige Arbeiten auszuführen, 18% hatten Probleme, sich länger zu konzentrieren.

Die Werte der Kognitionssubskala der FIS waren von Alter, Geschlecht, Krankheitsdauer oder den EDSS-Werten unabhängig. Sie standen aber in einer signifikanten Relation (p < 0,001) zu allen drei RAYS-Kategorien, also den körperlichen, psychologischen und sozialen/familiären Lebensqualitätsaspekten.

Quelle: Barak, Y: Cognitive fatigue in multiple sclerosis: findings from a two-wave screening project, Zeitschrift: JOURNAL OF THE NEUROLOGICAL SCIENCES, Ausgabe 245 (2006), Seiten: 73-76
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