Chronischer Schmerz

NATUR+PHARMAZIE 2/2020

Langfristige Opioidtherapie sinnvoll?

Unter Mitwirkung von Forschern der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Kliniken Essen-Mitte, wurde jetzt zur Wirksamkeit, Akzeptanz und Sicherheit einer langfristigen Opioidtherapie geforscht.
Der Einsatz von langfristigen Opioidtherapien nimmt in der westlichen Welt insgesamt zu – auch in Deutschland. In Nordamerika sind steigende Opioidverschreibungen mit einer Zunahme von Missbrauch, Abhängigkeit und Todesfällen durch Überdosis sowie Unfälle verbunden – die sogenannte Opiumepidemie. In Deutschland gilt die Leitlinie von Häuser W. et al.: Langzeitanwendung von Opioiden bei nichttumorbedingten Schmerzen. Ihre Schlüsselempfehlungen sind: Partizipative Entscheidungsfindung; gründliche Wahl der Pharmakotherapie; keine alleinige Therapie mit opioidhaltigen Analgetika; Screening auf psychische Störungen; individuelle und realistische Therapieziele; Aufklärung; während der Dosisfindungsphase sowie bei Dosisänderungen nicht Auto fahren.
Der Evidenzlevel der Ergebnisse der im Update neu dazugekommenen Studien war sehr niedrig. Die Studien berücksichtigten Patienten mit Rückenschmerzen, Arthrose und neuropathischen Schmerzen. Die Autoren schlussfolgern, dass im Rahmen von Open-Label-Studien Opioide Schmerzen und Einschränkungen verringern und gut verträglich sowie sicher sind. Eine langfristige Opioidtherapie kann in Erwägung gezogen werden bei sorgfältig ausgewählten und gut überwachten Patienten mit Rückenschmerz, Osteoarthritis und neuropathischen Schmerzen, bei denen während einer Kurzzeit-Opioidtherapie eine klinisch bedeutsame Schmerzreduktion auftritt und auftretende Nebenwirkungen tolerierbar sind.
Quelle: Bialas et al.: Efficacy and harms of long-term opioid therapy in chronic non-cancer pain: systematic review and meta-analysis of open-label extension trials with a study duration ≥ 26 weeks. 2020. Eur J Pain; 24(2):265–78
ICD-Codes: R52.2
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