Orale MS-Therapie mit Teriflunomid

Neuro-Depesche 10/2020

Langfristige Behinderungsstabilisierung und Schubreduktion

Teriflunomid hemmt selektiv und reversibel die mitochondriale Dihydroorotat-Dehydrogenase (DHODH) in aktivierten T- und B-Zellen. Dass Teriflunomid in der Therapie der schubförmig remittierenden MS (RRMS) auf Schubaktivität und Behinderungsprogression langanhaltend wirkt, schilderten in der MS-Therapie sehr erfahrene Neurologen auf dem Webcast-Presseworkshop „6. MS Special(ists)“ von Sanofi Genzyme.
Wie Prof. Sven Meuth, Münster, betonte, gleicht die Behandlung der MS weniger einem Sprint als einem Marathonlauf, so dass vorliegende Langzeitdaten schon bei der Therapiewahl berücksichtigt werden sollten. Für Teriflunomid wurden die Wirksamkeit und Sicherheit über mehr als eine Dekade dokumentiert. So zeigt eine gepoolte Analyse der Daten der Studien TEMSO, TOWER, TENERE und einer Phase-II-Studie sowie ihre Verlängerungen, dass die Behinderung unter Teriflunomid 14 mg über bis zu 12 Jahre stabil blieb: Der mittlere EDSS-Wert betrug zu Studienbeginn im 12. Jahr 2,27. Zudem wurde die Schubaktivität anhaltend verringert: Die über die Zeit im allgemeinen abnehmende jährliche Schubrate (ARR) lag zwischen 0,321 in Jahr 1 und 0,080 in Jahr 12, über den Gesamtzeitraum bei 0,23. Im letzten ausgewerteten Jahr waren 80 % der MS-Patienten schubfrei. Den Langzeitdaten zufolge traten unter Teriflunomid 14 mg keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen bzw. Sicherheitssignale auf.
Anhand mehrerer Fallberichte demonstrierte Dr. Stefan Ries, Erbach, dass Teriflunomid auch im Behandlungsalltag eine anhaltend wirksame und verträgliche Therapieoption ist. Im Vergleich der beiden jeweils zulassungsrelevanten Studien war Teriflunomid in der Verhinderung eines Schubes vergleichbar wirksam wie das ebenfalls orale Dimethylfumarat (DMF): Die praxisrelevante Number needed to treat (NNT) betrug 5,9 bzw. 5,6 vs. 5,3 und 5,6. Deutlich vorteilhafter war Teriflunomid in der Verhinderung schwerer Schübe, die zu einer Hospitalisierung führten (NNT: 12,2 bzw. 20,0 vs. 50 bzw. 58,5). Und in der US-Real-World-Studie Teri-RADAR war Teriflunomid dem DMF in der Reduktion der Gesamthirnatrophie- Zunahme überlegen (p = 0,002). JL
Quelle: Webcast-Presseworkshop: „6. MS Special(ists).“ 11. Mai 2020. 
ICD-Codes: G35
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