Randomisierte Studie bei Hausärzten

Neuro-Depesche 11/2013

KVT unterstützt Pharmakotherapie

Auf eine Pharmakotherapie, die oft als erste Maßnahme eingesetzt wird, spricht nur ein Drittel aller depressiven Patienten in gewünschtem Maße an. Eine mindes­tens 50%ige Reduktion der Symptome bleibt nach zwölf bis 14 Wochen sogar bei der Hälfte der Depressiven aus. Nun zeigt die randomisierte Studie CoBalT bei Hausärzten, dass eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) auch helfen kann, wenn Antidepressiva versagt haben.

Von 469 therapieresistenten Patienten mit Major Depression im Durchschnittsalter von 49,6 Jahren waren 72% Frauen. Ihr Score des Beck-Depressions-Inventar (BDI-II) betrug im Mittel 31,8 Punkte, bei 28% lag eine schwere Depression vor. 88% der Kranken hatten frühere Episoden durchgemacht; in 59% dauerte die aktuelle Episode mindestens zwei Jahre an. 70% waren zuvor medikamentös, am häufigsten mit SSRI, behandelt worden. 75% der Teilnehmer litten zusätzlich an einer Angststörung.

Patienten der Interventionsgruppe erhielten zwölf KVT-Einzelsitzungen à 50 bis 60 Minuten; bis zu sechs weitere Sitzungen konnten ggf. hinzukommen. Ein Fokus der KVT lag auf dem Formulieren von „Conditional beliefs“.

Den primären Endpunkt, eine als mindes­tens 50%ige Reduktion des BDI-Scores definierte Response, erfüllten nach sechs Monaten 46% vs. 22% (Odds Ratio: 3,26; p < 0,001). Der Nutzen wurde darüber hinaus aber auch für sekundäre Endpunkte wie eine Remission (BDI-Score < 10) bestätigt (28% vs. 15%). Bei der erneuten Untersuchung nach einem Jahr hatten die Besserungen angehalten. SN

Quelle: Wiles N et al.: Cognitive behavioural therapy as an adjunct to pharmacotherapy for primary care based patients with treatment resistant depression: results of the CoBalT randomised controlled trial., Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe (2013), Seiten: 375-384
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