Migräne vs. Spannungskopfschmerz

Neuro-Depesche 7-8/2021

Krankheitslast und Produktivitätsverluste

In einem japanischen Informationstechnologie-Unternehmen wurden die Mitarbeiter/innen zur Prävalenz von Kopfschmerzen und assoziierten Beeinträchtigungen befragt. Dann wurden die Produktivitätsverluste aufgrund von Fehlzeiten und Präsentismus kalkuliert.
Unter 2458 Befragten (1963 Männer, 495 Frauen) wiesen nach ICHD-3-beta 13 % (205 Männer/123 Frauen) eine Migräne (MIG) und 53 % (1093 Männer/207 Frauen) Kopfschmerzen vom Spannungstyp (SKS) auf. 4 % (61 Männer/27 Frauen) litten unter beidem (MIG/SKS). 15 % wiesen „andere“ Kopfschmerzen (AK) auf. Nur jede/r achte Befragte war kopfschmerzfrei.
Die MIG und MIG/SKS-Gruppe hatten in den letzten drei Monaten signifikant (je p < 0,001) mehr Kopfschmerztage als die übrigen Gruppen (5,5 und 6,4 vs. 2,4 bzw. 3,9). Dies galt auch für Tage mit schweren Kopfschmerzen (1,9 und 1,6 vs. 0,5 bzw. 1,1) sowie mit beeinträchtiger Arbeitsproduktivität (1,0 und 0,8 vs. 0,2 bzw. 0,5). Die Produktivität nach dem Work Productivity and Activity Impairment (WPAI)-Fragebogens fiel in den MIG- und MIG/SKS-Gruppe ebenfalls deutlich ungünstiger aus (4,7 und 3,5 vs. 2,0 bzw. 3,5 Punkte; p < 0,001).
In der MIG-Gruppe betrugen die Kosten pro Patient und Jahr aufgrund eines Absentismus (bestimmt nach MIDAS) 238,3 US$ und die aufgrund Präsentismus (bestimmt nach WPAI) 2.217 US$ – hochgerechnet auf ganz Japan 21,3 Mrd. US$. HL
Kommentar
Diese japanische Studie bestätigte bei Arbeitnehmer/innen die hohe Migräne-Prävalenz und Krankheitslast. Die er- heblichen Produktivitätsverluste und enormen Kosten sprechen für die Implementierung von Arbeitsplatzprogrammen zum Migräne-Managements.
Quelle: Shimizu T et al.: Disability, quality of life, productivity impairment and employer costs of migraine in the workplace. J Headache Pain 2021; 22(1): 29 [Epub 21. April; doi: 10.1186/s10194-021-01243-5]
ICD-Codes: G43.9 , G44.2 , A01.0
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