Prospektive Studie zur DBS | Neuro-Depesche 1/2006

Klinische Unterschiede zwischen GPi und STN?

Die tiefe Hirnstimulation (DBS) ist zur Linderung der Symptomatik bei fortgeschrittenem Parkinson-Syndrom seit über zehn Jahren im Einsatz und etabliert sich zusehends. Daten über die Vor- und Nachteile verschiedener Stimulationsorte sind aber rar. Seit 1995 beobachten Ärzte in einer offenen, prospektiven Studie, wie sich die Elektrodenlokalisation - jeweils bilateral im Globus pallidus internus (GPi) oder Nucleus subthalamicus (STN) - auf die funktionellen Fähigkeiten und die benötigte Begleitmedikation auswirkt.

Vor und ein Jahr nach dem Eingriff wurden je zehn Patienten untersucht, bei denen die Stimulation bilateral im GPi oder im STN erfolgt war. Nur bei der STN war die korrekte Platzierung der Elektroden mittels intraoperativer Mikroelektrodenableitungen ermittelt worden. Primärer Studienparameter war das funktionelle Outcome nach einem Jahr unter Berücksichtigung der Änderung der Medikation. Mögliche systematische Fehler (Bias) in der Patientenselektion wurden analysiert. Die GPi-Patienten hatten präoperativ niedrigere Medikamentendosen erhalten und häufiger unter Dyskinesien gelitten. Ein Jahr postoperativ lag die mittlere Reduktion der motorischen UPDRS-Scores im Off bei 35% (GPi-) bzw. 39% (STN-Gruppe), ein nicht signifikanter Unterschied. Die Dyskinesien hatten proportional zum prächirurgischen Schweregrad abgenommen: Während die absolute Abnahme in der GPi-Gruppe größer war (56% vs. 42%), erwies sich die prozentuale Dyskinesie-Reduktion als nicht signifikant unterschiedlich. Tremor, Rigor, Akinese und Gangstörungen besserten sich in ähnlichem Umfang. Die Levodopa-Äquivalenzdosis nahm nur in der STN-Gruppe signifikant ab (-24%). In der multivariaten Analyse der prädiktiven Faktoren für eine motorische Besserung ergab sich eine direkte positive Relation zur präoperativen Levodopa-Äquivalenzdosis in der STN-Gruppe und eine negative Relation in der GPi-Gruppe.

Quelle: Minguez-Castellanos, A: Different patterns of medication change after subthalamic or pallidal stimulation for Parkinson`s disease: target related effect or selection bias?, Zeitschrift: JOURNAL OF NEUROLOGY, NEUROSURGERY AND PSYCHIATRY, Ausgabe 76 (2005), Seiten: 34-39

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