Neuro-Depesche 10/2002

Epilepsien des Kindesalters

Kindliche Absence-Epilepsie

Französische Epileptologen geben einen Überblick über die Absence-Epilepsie des Kindesalters (pyknoleptische Absencen). Bei starker genetischer Disposition - in 15% bis 44% der Fälle findet sich eine für Epilepsie positive Familienanamnese - gilt die Abscence-Epielpsie des Kindesalters als ein Prototyp der idiopathischen generalisierten Epilepsien.

An der kindlichen Absence-Epilepsie (Alter zwischen drei und zwölf Jahre) erkranken zu 60% bis 76% Mädchen. Wahrnehmungs- und Reaktionsverlust, abrupte Unterbrechung des augenblicklichen Verhaltens mit starrem Blick dauern meist nur wenige Sekunden. Das Bewusstsein ist mehr oder weniger stark beeinträchtigt. Elementare motorische Aktivität kann bestehen bleiben. Die unterbrochene Tätigkeit wird nach dem Anfall unvermittelt weitergeführt. Im iktalen EEG lassen sich bilaterale symmetrische und synchrone Spike-wave-Komplexe um 3 Hz ableiten, die gegen Ende des Anfalls auf 2,5 bis 2/sek abnehmen können. Ein Teil der Kinder mit Absencen bekommt im Krankheitsverlauf generalisierte tonisch-klonische Anfälle. Prädisponierende Faktoren sind Beginn der Absencen vor dem achten Lebensjahr, verzögertes Ansprechen auf die Therapie, veränderte Grundaktivität im EEG und Photosensibilität. Differenzialdiagnostisch sind die Absencen der Kindheit unter anderem von der juvenilen Absence-Epilepsie zu unterscheiden sowie von symptomatischen Absencen, beispielsweise bei Frontallappenepilepsie. Absencen können außerdem bei der juvenilen myoklonischen Epilepsie auftreten und dieser um Jahre vorausgehen. Die Prognose der Abscence-Epilepsie im Kindesalter ist gut. Unter medikamentöser Therapie werden bis zu 90% der Patienten anfallsfrei. Mittel der ersten Wahl sind Valproat und Ethosuximid. (Zie)


Quelle: Vallee, L: Epilepsy in the child. Etiology, diagnosis, prognosis, treatment., Zeitschrift: REVUE DU PRATICIEN, Ausgabe 51 (2001), Seiten: 1145-1150


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