Idiopathisches Parkinson-Syndrom | Neuro-Depesche 3/2001

Kann die Lebenserwartung normalisiert werden?

Wegen der kontroversen Studienlage zum Einfluss des MAO-B-Hemmers Selegilin auf die Mortalität von Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom wurde in einer schottischen Studie die Lebenserwartung unter zwei verschiedenen Behandlungsregimen geprüft.

Aus medizinischen Daten von 30 000 Einwohnern ergab sich eine Kohorte von 97 Parkinson-Patienten, der eine Vergleichsgruppe von 902 Personen gleichen Alters und gleichen Geschlechts gegenübergestellt wurde. Die Erkrankungsdauer lag bei durchschnittlich sieben Jahren. Wie erwartet, wiesen die Parkinson-Patienten insgesamt eine deutlich höhere Mortalität auf als die Vergleichspersonen. Das relative Risiko gegenüber der Kontrollgruppe, ausgedrückt als Rate Ratio (RR), betrug 1,76. Die kürzeste Lebenserwartung fand sich bei den 25 monotherapeutisch mit Levodopa behandelten Patienten (RR = 2,45). Hingegen ergab sich bei den 26 Patienten, die zu irgendeinem Zeitpunkt mit einer Kombination von Selegilin und Levodopa behandelt worden waren, mit einer RR von < 1 kein signifikanter Unterschied zur Vergleichsgruppe. Die Daten der ausschließlich monotherapeutisch mit Selegilin behandelten Patienten waren aufgrund der kleinen Fallzahl von vier Patienten nicht zu verwerten. In den Todesursachen fanden sich keine nennenswerten Häufungen oder Unterschiede.

Quelle: Donnan: Selegiline and mortality in subjects with Parkinsos's disease, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe (2000), Seiten: 1785-1789

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