Krankenhaussterblichkeit nach ischämischem Insult | Neuro-Depesche 7-8/2016

Ist Vorhofflimmern ein Prädiktor?

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Die Mortalitätsrate im Krankenhaus nach einem ischämischen Insult liegt zwischen 3% und 18%. Nun wurde nun untersucht, welche Faktoren das Mortalitätsrisiko beeinflussen. Wie sich herausstellte, erhöht ein Vorhofflimmern (VHF) die Sterblichkeit signifikant.

Von 2556 Patienten (23–101 Jahre alt) mit akutem ischämischem Schlaganfall (medianer NIHSS-Schweregrad initial 5) einer Stroke Unit verstarben 80 (3,1%) während des Aufenthaltes, 2,4% der Männer und 4,1% der Frauen (p = 0,02). Unter den 157 mit Thrombolyse waren es 14 (8,9%).
Etwa 70% der Mortalität waren dem Typ/der Schwere des Insults (Verschluss der A. cerebralis media mit transtentorieller Herniation, Basilaris- Verschluss, hämorrhagische Transformation, HT) zuzuschreiben, die übrigen 30% Komplikationen wie Herztod (12,5%) und septischem Schock (17,5%). Die NIHSS-Schwere korrellierte eng mit der Mortalität: Die Rate betrug 6,28% bei moderatem bis schwerem (NIHSS: ≥ 5) vs. 0,43% bei leichtem Insult (NIHSS: < 5).
Keinen Schlaganfall-Risikofaktor wiesen nur 109 Patienten (4,3%) auf. Ein Risikofaktor wurde bei 432 (16,9%), zwei bei 755 (29,5%), drei bei 664 (26,0%) und mehr als drei bei 596 (23,3%) Teilnehmern festgestellt. Dies waren vor allem Hypertonie (80,3%), Hyperlipidämie (55,4%), Diabetes mellitus (44%), Herzkrankheit (29,5%), anamnestischer Schlaganfall (27,5%) und ein VHF (17,1%).
Die univariate Analyse ergab, dass VHF, Schlaganfall-Subtyp und -Schwere (NIHSS > 15) sowie ein Alter ≥ 75 Jahre das Risiko für ein Versterben im Krankenhaus und (mit Ausnahme des Alters) für eine HT signifikant erhöhten. In Exder multivariaten Auswertung stellten sich als unabhängige Risikofaktoren für die Krankenhausmortalität aber nur ein VHF in der Anamnese (p = 0,006) sowie ein NIHSS-Wert > 15 (p < 0,001) heraus. GS


Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar

Die Schlaganfallschwere war auch hier der wichtigste Faktor für die Sterblichkeit. Die höhere Mortalitätsrate bei Patienten mit einem VHF unterstreicht die Bedeutung der Schlaganfallprophylaxe bei dieser Klientel – und zwar schon nach der VHF-Diagnose.

Quelle:

Ong C-T et al.: Atrial fibrillation is a predictor of inhospital mortality in ischemic stroke patients. Ther Clin Risk Managem 2016; 12, 1057-64

ICD-Codes: I48,I63.9

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