Neuro-Depesche 3/2018

FDG-PET bei MCI-Patienten

Ist die Konversion zur Alzheimer- Demenz vorhersagbar?

Japanische Neurologen untersuchten in einer multizentrischen Studie, inwieweit die kombinierte Beurteilung der Befunde einer 18F-Fluorodesoxyglucose-PET (18F-FDG-PET) und einer strukturellen MRT die Konversion von einer Mild Cognitive Impairment (MCI) zu einer Alzheimer-Demenz voraussagen kann.

114 Patienten mit amnestischer MCI durchliefen anfänglich zahlreiche klinische und neuropsychologische Untersuchungen. Alle unterzogen sich einer 18F-FDG-PET, deren Aufnahmen sowohl visuell (nach bestimmten vorgegebenen Hypometabolismus-Demenz-Mustern) befundet als auch in einen semiquantitativen Index (PET-Score) überführt wurden. Aus den zusätzlichen strukturellen MRT-Aufnahmen der Teilnehmer wurden die z-Scores im medialen Temporallappen anhand einer automatisierten Volumen-basierten Morphometrie (VBM) errechnet.
Insgesamt schritten in der Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren 72% der MCI-Patienten zu einer Alzheimer-Demenz (Clinical Dementia Rating [CDR] ≥ 1,0) fort. Die diagnostische Genauigkeit der PET-Scores allein für die Vorhersage betrug 60% (mit einer geringen Sensitivität von 53% und einer hohen Spezifität von 84%). Diesem Verfahren war die visuelle Interpretation der PET-Aufnahmen deutlich überlegen: Sie prädizierte die Konversion zu einer Alzheimer-Demenz mit einer Genauigkeit von 82% (mit einer sehr hohen Sensitivität von 94% bei gleich niedriger Spezifität von 53%). Die diagnostische Genauigkeit der VBM-Analyse allein betrug – bei hoher Konstanz über die gesamten fünf Jahre – 73% (Sensitivität: 79%, Spezifität: 63%).
Die beste Vorhersage gelang mit einer kombinierten multivariablen logistischen Regressionsanalyse unter Einschluss der visuellen PET-Befundung, des Bildungsgrades der Teilnehmer und ihrer neuropsychologischen Testresultate (ohne MRT-Befunde): Die MCI-Konversion zur Alzheimer-Demenz wurde damit mit einer Genauigkeit von 87,9% prädiziert – bei einer Sensitivität von 89,8% und einer Spezifität von 82,4%. JL

Kommentar

Pro Jahr konvertieren etwa 12% bis 15% der Patienten mit anamnestischer MCI zu einer Alzheimer-Demenz. In der Kombination mit neuropsychologischen Testergebnissen erlauben die visuell befundeten 18F-FDGPET- Aufnahmen eine gute Vorhersage darüber, welche Patienten dies treffen wird.


Quelle:

Inui Y et al.: Longer-term investigation of the value of 18F-FDG-PET and magnetic resonance imaging for predicting the conversion of mild cognitive impairment to Alzheimer‘s disease: a multicenter study. J Alzheimers Dis 2017; 60(3): 877-87]



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