Berufsrisko Schweißen?

Neuro-Depesche 9/2005

IPS-Prävalenz-Rate verzehnfacht

Eine ganze Reihe von Berufen steht im Verdacht, ein erhöhtes Risiko für ein idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS) zu bergen. U. a scheint der Umgang mit Pestiziden/Herbiziden, Metallen, Holz oder landwirtschaftlichen Produkten gefährdend zu sein. Nun wurde in Alabama/USA nach einem Zusammenhang zwischen der Berufstätigkeit als Schweißer und der IPS-Prävalenz gesucht.

Von 1423 Schweißern mit Verdacht auf ein IPS wurden Bewegungs-Videos angefertigt und anhand der Motorik-Subskala der UPDRS (III) beurteilt. Nach Anzahl der motorischen Symptome wurde die Diagnose "definitives" oder "mögliches" IPS gestellt. Die resultierenden Zahlen wurden zur Gesamtzahl der in Alabama tätigen Schweißer ins Verhältnis gesetzt. Nach konservativer (eindeutige Erkrankungen) und liberalerer (zusätzlich "mögliche" Erkrankungsfälle) Berechnung ergab sich unter den männlichen Schweißern (40 und 69 Jahre alt) eine IPS-Prävalenz von 5,8% bzw. 12,6%, entsprechend einer Rate von 977 bzw. 1336 pro 100 000 Einwohner. Im Vergleich zur altersangepassten Gesamtbevölkerung (Copiah County, MS) war lag ein IPS mit einer Prävalenz-Verhältnis-Rate von 10,19 bei ihnen sehr viel häufiger vor. Ob die Tätigkeit als Schweißer das IPS-Auftreten nur vorverlegt oder die IPS-Prävalenz in dieser Berufsgruppe einfach höher ist, kann anhand dieser Querschnittsuntersuchung nicht beurteilt werden.

Quelle: Racette, BA: Prevalence of parkinsonism and relationship to exposure in a large sample of Alabama welders, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 64 (2005), Seiten: 230-235

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