Alzheimer-Demenz | Neuro-Depesche 12/2000

Innovative Therapiestrategien resümiert

So lange die der Alzheimer-Demenz zu Grunde liegende Amyloidpathologie mit fortschreitender neurofibrillärer Degeneration ätiologisch ungeklärt ist, stehen Therapieansätze, die auf cholinerge Dysfunktionen wirken, im Vordergrund. Demenzpatienten profitieren von Cholinesterasehemmern und nebenwirkungsarmen atypischen Neuroleptika.

Die Reaktivierung der cholinergen Neurotransmission, insbesondere durch Hemmung der Acetylcholinesterase, die die Acetylcholin-Inaktivierung verhindert, hat sich als ein mögliches therapeutisches Prinzip bei Alzheimer-Demenz erwiesen. Fortschrittliche innovative Cholinesterasehemmer wie Galantamin mit zweifachem Wirkungsmechanismus ermöglichen die potente Cholinesterasehemmung und zusätzliche allosterische Modulation präsynaptischer nikotinerger Rezeptoren. Die plazebokontrollierte GAL-USA-1/3-Studie zeigte, dass mit Galantamin eine rasche Verbesserung der kognitiven Funktionen und Verhaltensweisen bei Demenzpatienten erreicht werden konnte, die bei Verabreichung von 24 mg/d mindestens zwölf Monate bestehen blieb. Durch die Wirkweise von Galantamin verminderte sich im Plazebovergleich auch der Betreuungsaufwand um 60 Minuten (Galantamin -20 Minuten, Plazebo +40 Minuten). Galantamin wurde von bislang mehr als 3 200 behandelten Patienten gut vertragen, die Häufigkeit von Nebenwirkungen entsprach Plazebo. Im Verlauf einer Demenz kommen bei bis zu 90% der Patienten aggressive und psychotische Symptome vor. Im Gegensatz zu typischen Neuroleptika wie Haloperidol gelten atypische Neuroleptika wie Risperidon als Therapie der Wahl bei demenzassoziierten Psychosen und Aggressionen. Die Ergebnisse aus zwei Studien mit insgesamt 969 dementen Patienten sprechen für die Eignung von Risperidon für diese Indikationen. Zukünftige Therapiestrategien der Alzheimer-Demenz umfassen die Antiamyloid-Immunisierung, Gamma-Sekretasehemmer und sogenannte Betabusters. (EJW)

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