Kopfschmerz mit Aura

Neuro-Depesche 9/2005

Höheres Risiko für Apoplex?

In vergangenen Kohortenstudien haben sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle bei älteren Migräne-Patienten ergeben, Fallserien und Fall-Kontrollstudien zeigten diesen Zusammenhang dagegen nicht. Nun wurden die Korrelationen zwischen transitorisch ischämischen Attacken (TIA) bzw. Schlaganfällen und Kopfschmerzerkrankungen in einer großen bevölkerungsbasierten Kohortenstudie älterer Menschen untersucht.

In der US-amerikanischen Atherosclerosis Risk in Communities Study (ARIC) wurden 12 750 Männer und Frauen im Alter von mehr als 55 Jahren zum lebenszeitlichen Auftreten von Migräne-Kopfschmerz befragt. Anhand der diagnostischen Kriterien der International Headache Society wurde dabei zwischen "Migräne" und, wenn die Kriterien nicht vollständig erfüllt wurden, "anderen Kopfschmerzen" unterschieden. Zusätzlich wurden begleitende Auren erfragt. In einer multivariaten Regressionsanalyse wurden dann die verschiedenen Kopfschmerz-Typen in Beziehung gesetzt zu stattgehabten ischämischen Hirninfarkten sowie zu fokalen neurologischen Ausfällen, nach Dauer differenziert in Schlaganfall- und TIA-Symptome. Nach Einbeziehung von Patientenvariablen wie positive familiäre Migräneanamnese, ASS-/NSAR-Einnahme bzw. von zerebrovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes, Hypertonus, Nikotinkonsum und Cholesterin-Serumwerten wiesen Personen mit Migräne mit Aura (3%) ein stark erhöhtes Risiko für Schlaganfall-Symptome (Odds Ratio: 5,46) und für TIA-Symptome (OR: 4,28) auf. Das Risiko für einen ischämischen Insult war mit einer OR von 2,81 ebenfalls mehrfach erhöht. Diese Zusammenhänge ließen sich prinzipiell auch für "andere Kopfschmerzen" mit Aura (2%) nachweisen: Schlaganfall- und TIA-Symptome waren ebenfalls mit einer deutlichen Risikozunahme (OR: 3,68 bzw. 4,53) verknüpft, während der Gefahr ischämischer Insulte weniger stark erhöht war (OR: 1,84). Im Gegensatz dazu gingen eine Migräne und "andere Kopfschmerzen" ohne Aura (5% bzw. 12%) deutlich weniger konsistent und robust mit den entsprechenden Symptomen (OR: 1,35-2,45) und dem Risiko bestätigter Insulte (OR: 0,82-1,39) einher.

Quelle: Diener, HC: Is migraine a risk factor for stroke?, Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 64 (2005), Seiten: 1496-1497: , Zeitschrift: , Ausgabe ()
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