Satralizumab bei AQP4-positiver NMOSD

Neuro-Depesche 9/2021

Hochwirksam bei s.c.-Anwendung

Das Ende Juni 2021 zugelassene Satralizumab stellt die einzige subkutane Therapie von Patienten (ab zwölf Jahren) mit anti-Aquaporin-4-Immunglobulin G (AQP4-IgG)-seropositiver NMOSD dar. Bei einem günstigen Sicherheitsprofil verringert die vierwöchentliche Gabe des Interleukin-6 (IL-6)-Rezeptorinhibitors das Schubrisiko der Patienten signifikant. Die Studienlage zu diesem Antikörper und die Anwendung wurden nun auf einem virtuellen Symposium von Roche dargelegt.
Angesichts der oft verheerenden Auswirkungen eines NMOSD-Schubes ist die frühe und effektive schubprophylaktische Behandlung mit immunmodulierenden Medikamenten „bereits ab dem ersten Schubereignis, also sofort nach der Diagnosestellung indiziert“, sagte Prof. Ingo Kleiter, Berg.
In den Subgruppen der AQP4-positiven Patienten (n = 55 bzw. 64) reduzierte Satralizumab in Kombination mit Immunsuppressiva in der Studie SAkuraStar das Schubrisiko gegenüber Placebo si- gnifikant um 79 % und in SAkuraSky als Monotherapie um 74 %. Schubfrei geblieben waren dabei in SakuraStar nach 48 bzw. 96 Wochen 83 % bzw. 77 % der Patienten und in SakuraSky nach 48 und 96 Wochen sogar je 92 % der Patienten, betonte Kleiter. Außerdem ergab die kombinierte Auswertung der ITT-Population beider Studien eine Reduktion schwerer Schübe unter dem IL-6-Rezeptor-Inhibitor um 79 % (p = 0,002). Mit Ausnahme injektionsassoziierter Reaktionen war die Rate an allen, an schweren und an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen auf Placebo-Niveau. Es traten weder Anaphylaxien noch Todesfälle auf.
PD Robert Hoepner, Bern, hob hervor, dass Satralizumab (120 mg) – nach einer Aufsättigungsphase ab Woche 8 – alle vier Wochen per Fertigspritze sehr komfortabel vom Patienten selbst zu Hause verabreicht werden kann. Durch eine neuartige Recycling-Technologie verbleibt der Antikörper lange im Blut und bindet mehrere Male an seine Zielstruktur. Dieses patientenfreundliche Therapiemanagement entlastet die Patienten. JL
Quelle: Virtuelles Symposium: „NMOSD – Was gibt’s Neues zur Diagnose und Therapie?“ , 13. Juli 2021.
ICD-Codes: G36.0
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