Bei schwerer MS und Therapieversagern | Neuro-Depesche 3/2007

Hocheffektive Behandlung mit neuem Präparat

Seit Juni 2006 steht in Deutschland das hochwirksame Antikörper-Präparat Natalizumab zur Monotherapie der schubförmigen MS zur Verfügung. Im Rahmen des 22. ECTRIMS-Kongresses wurden die aktuellen Daten dargelegt.

Natalizumab blockiert die Einwanderung autoreaktiver Immunzellen ins ZNS und ist in der neuen Klasse selektiver Adhäsionsmolekül-Inhibitoren der erste zugelassene α4-Integrin-Antagonist. In der zulassungsrelevanten AFFIRM-Doppelblindstudie mit 942 MS-Patienten war unter Natalizumab nach einem Jahr eine um 68% reduzierte Schubrate sowie ein um 42% reduziertes Risiko für eine Behinderungsprogression festgestellt worden – gegenüber bisherigen Therapieregimen außergewöhnliche günstige Resultate, die auch im zweiten Jahr anhaltend positiv ausfielen.

Aktuelle AFFIRM-Analysedaten zeigen, dass MS-Patienten zudem von einem um 43% und damit signifikant reduzierten Risiko für kognitive Verschlechterungen nach dem PASAT-3-Test profitieren, wenn sie mit Natalizumab behandelt werden.

R. Rudick vom MS-Zentrum Cleveland zufolge „addieren sich die positiven Wirkungen von Natalizumab auf Kognition und Lebensqualität zu den Vorteilen durch reduzierte Rezidiv- und Behinderungsrisiken.”

Während Natalizumab derzeit für IFNβ-Non-Responder und Patienten mit hoch aktiver MS eine wertvolle Behandlungsoption darstellt, bleiben IFNβ-Präparate bei schubförmiger MS die Basistherapie der ersten Wahl. In der bislang größten MS-Compliance-Studie, dem Global Adherence Project (GAP), wurde die Compliance unter Praxisbedingungen an 2566 MS-Patienten aus 176 Zentren in 22 Ländern untersucht.

Non-Compliance war als mindestens eine fehlende Injektion oder Dosisveränderung definiert. Im Vergleich zu anderen Interferonen und Glatirameracetat war die Therapietreue bei Patienten, die einmal wöchentlich mit i.m.-Injektionen von Interferon beta-1a behandelt wurden, mit einer Rate von 85% am höchsten. (EJW)

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