CGRP-Antikörper Fremanezumab | Neuro-Depesche 1-2/2020

Hilft auch bei refraktärer Migräne

Mit dem hochspezifischen humanisierten, monoklonalen CGRP-Antikörper Fremanezumab haben sich die Möglichkeiten der medikamentösen Migräneprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit mindestens vier Migränetagen pro Monat erheblich verbessert. Jetzt zeigt die internationale FOCUS-Studie, so Experten auf einem Satellitensymposium von Teva auf dem 92. DGN-Kongress 2019 in Stuttgart, dass auch therapieschwierige, mehrfach erfolglos vorbehandelte Patienten profitieren können.
„Fremanezumab erfüllt alle wichtigen Anforderungen an eine effektive Migräneprophylaxe“, berichtete PD Ruth Ruscheweyh, München. Das Präparat habe einen migränespezifischen Wirkmechanismus, eine hohe Effektivität bei Patienten mit episodischer und chronischer Migräne und ermögliche bei monatlicher oder viertelmonatlicher subkutaner Injektion ein schnelles und lang anhaltendes Ansprechen ohne relevante Nebenwirkungen und ohne Interaktionen. Ein besonderer Vorteil besteht nach Auffassung der Expertin in der guten Datenlage bei schwierig behandelbaren Migränepatienten. Dazu zählen beispielsweise solche mit mehreren erfolglosen Vortherapien.
Dass Fremanezumab auch in diesen klinisch herausfordernden Situationen helfen kann, belegen die aktuellen Ergebnisse der FOCUS-Studie. In diese Phase-IIIb- Studie wurden insgesamt 838 Patienten mit episodischer und chronischer Migräne eingeschlossen, die auf zwei bis vier prophylaktische Vortherapien mit unterschiedlichen Wirkstoffklassen nicht adäquat angesprochen hatten. Sie wurden im Verhältnis 1 : 1 : 1 zur Therapie mit dem CGRP-Antikörper in monatlicher bzw. vierteljährlicher Dosierung oder zu Placebo- Injektionen randomisiert.
Unter Fremanezumab sank die Zahl der monatlichen Migränetage um 4,1 Tage (Monatsdosis) bzw. 3,7 Tage (Quartalsdosis) gegenüber Baseline, unter Placebo aber nur um 0,6 Tage. Der Unterschied war signifikant (p < 0,0001), Dabei waren unerwünschte Ereignisse denen unter Placebo-Gabe vergleichbar. Das gute Wirksamkeits-/Verträglichkeitsprofil des CGRP-Antikörpers spiegelte sich nicht zuletzt auch in den im Rahmen der FOCUS- Studie erfassten patientenrelevanten Outcome-Parametern (POR) wider: Sowohl die Lebensqualität als auch die kopfschmerzbedingten Beeinträchtigungen im Alltag und bei der Arbeit verbesserten sich im Vergleich zu Placebo signifikant.
Damit ist dieser einzige flexibel – monatlich oder quartalsweise – anwendbare CGRP-Antikörper, so das Fazit, eine gute Therapieoption für ein sehr breites Spektrum an Migräne-Patienten. AAA
Quelle: Satellitensymposium „Changing Migraine – neue Therapiehorizonte erschließen!“ 26. Sept. 2019, 92. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), in Stuttgart.
ICD-Codes: G43.9

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