Therapie in der Schwangerschaft | Neuro-Depesche 10/2006

Größere Risiken durch Antiepileptika-Einnahme?

Geht die Einnahme von Antiepileptika während der Schwangerschaft mit erhöhten Risiken für Mutter und Kind einher? Dies wurde nun in Schweden untersucht.

Die Akten des medizinischen Geburtsregisters (1995-2001) von 1350 Frauen, die während der Gravidität Antiepileptika eingenommen hatten, wurden mit den Angaben zu sämtlichen 559 491 Geburten im gleichen Zeitraum verglichen.

Bei den antiepileptischen Therapien Schwangerer handelte es sich mehrheitlich um eine Monotherapie (n = 1207; 89%). Am häufigsten wurde Carbamaze pin (n = 683) eingesetzt; danach folgten Valpro insäure (n = 255) und Phe ny toin (n = 93).

Bei epilepsiekranken Schwangeren wurde im Vergleich zu gesunden Gebärenden signifikant häufiger eine Kaiserschnitt-Geburt vorgenommen (Odds Ratio: 1,64). Allerdings konnte nicht geklärt werden, ob es sich im Einzelfall um einen Patientenwunsch oder eine medizinisch indizierte Sectio gehandelt hat. Ebenfalls erhöht war das Risiko für Präeklampsie (OR: 1,66) und Blutungen nach vaginaler Geburt (OR: 1,29). Neugeborene, deren Mütter Antiepileptika eingenommen hatten, litten mit größerer Wahrscheinlichkeit unter einem Atemnotsyndrom (IRDS) (OR: 2,06). Ein neonataler Ikterus war seltener (OR: 0,64), allerdings waren hier die Fallzahlen klein.

Quelle: Pilo, C: Pregnancy, delivery, and neonatal complications after treatment with antiepileptic drugs, Zeitschrift: ACTA OBSTETRICIA ET GYNECOLOGICA SCANDINAVICA, Ausgabe 85 (2006), Seiten: 643-646

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?