Morbus Parkinson im Spätstadium

Neuro-Depesche 6/2013

Gewichtszunahme nach STN-Stimulation

Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson leiden häufig an einem progressiven Gewichtsverlust. In einer tschechischen Studie wurde der Frage nachgegangen, inwiefern die Positionierung der aktiven Elektrode im Nucleus subthalamicus bei tiefer Hirnstimulation (STN-DBS) zur Behandlung der motorischen Symptomatik auch zu einer Zunahme des Körpergewichts beiträgt.

An 20 Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung (Krankheitsdauer 13,2 ±4,5 Jahre) wurden bilateral Elektroden im STN implantiert. Die Stimulation begann einen Monat nach der Operation und wurde im Laufe der Nachbeobachtungszeit von 18 Monaten zunehmend verstärkt. Nach einem Jahr wurde die genaue Position der Elektronen in T1-gewichteten MRT-Aufnahmen ermittelt und mit den befunden abgeglichen.

Im Stimulations-ON bestätigte sich die positive Auswirkung der STN-DBS auf die Bewegungsstörungen, die Motorik nach UPDRS Teil III verbesserte sich mit einer durchschnittlichen Abnahme von 36,7 ±9,6 auf 17,8 ±5,5 signifikant (p < 10-7). Zudem kam es im Gesamtkollektiv zu einer graduellen, ebenfalls signifikanten Gewichtszunahme um durchschnittlich 6,9 ±4,5 kg (p < 10-5).

Als ausschlaggebend dafür erwies sich die Position der Elektroden: Niedrige UPDRS-III-Werte je Körperhälfte waren mit einer zunehmend lateralen Positionierung der kontralateralen Elektrode verbunden (r = -0,42; p < 0,01). Bei den 11 Patienten mit mindestens einer medial gelegenen Elektrode im Abstand von maximal 9,3 mm von der Wand des dritten Hirnventrikels wurde eine signifikant (p < 0,001) größere Gewichtszunahme festgestellt (9,4 ± 4,4 kg) als bei jenen 9 mit lateraler Lokalisation (3,9 ± 2,7 kg). Die Gewichtszunahme korrelierte darüber hinaus invers mit der Entfernung zum 3. Ventrikel in mediolateraler Richtung (r = -0,55; p < 0,01). JL

Quelle: Růžička F et al.: Weight gain is associated with medial contact site of subthalamic stimulation in Parkinson's disease., Zeitschrift: PLoS ONE, Ausgabe 5 (2012)
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