Genom-weite Assoziationsstudie bei Schizophrenie | Neuro-Depesche 4/2018

Fünf neue Gen-Loci für Atypika-Response

Das Ansprechen auf die diversen Antipsychotika ist hochvariabel und kaum vorhersagbar. Chinesische Forscher fanden jetzt in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) bei Patienten mit Schizophrenie fünf neue Gen-Loci für die Antipsychotika-Response.

Die Genomanalysen erfolgten in zwei Stichproben: Die erste („Discovery“)-Kohorte umfasste 2413-Patienten die zu gleichen Teilen zu einer sechswöchigen Therapie mit Olanzapin, Risperidon, Quetiapin, Aripiprazol, Ziprasidon oder Haloperidol bzw. Perphenazin randomisiert worden waren. Mit dem Ansprechen (nach PANSS) wurden diverse Single-Nukleotid- Polymorphismen (SNP) in Beziehung gesetzt. Hier fanden sich drei neue, signifikant mit dem Ansprechen assoziierte SNP: rs72790443 auf dem MEGF10-Gen (p = 1,37 × 10-8), rs1471786 auf SLC1A1 (p = 1,77 × 10-8) und rs9291547 auf PCDH7 (p = 4,48 × 10-8). Diese wurden in einer zweiten Kohorte zur Validierung potenziell relevanter SNP (p < 1 × 10-5) bei 1379 über acht Wochen mit Olanzapin, Risperidon oder Aripiprazol behandelten Patienten bestätigt (je p < 0,05).
In der kombinierten Auswertung der beiden Kohorten fanden sich fünf Loci mit signifikantem Zusammenhang zur Antipsychotika-Response: Neben den genannten auf MEGF10 (p = 1,40 × 10-9), SLC1A1 (p = 2,33 × 10-9) und PCDH7 (p = 3,24 × 10-9) waren dies rs12711680 auf CNTNAP5 (p = 2,12 × 10-8) und rs6444970 auf TNIK (p = 4,85 × 10-8). Die weiteren Analysen der kombinierten Kohorten ergaben drei Atypika-spezifische Zusammenhänge: SNP rs2239063 auf CACNA1C für Olanzapin (p = 1,10 × 10-8), rs16921385 auf SLC1A1 für Risperidon (p = 4,40 × 10-8) und rs17022006 auf CNTN4 für Aripiprazol (p = 2,58 × 10-8). JL

Kommentar

Die Identifizierung dieser fünf mutmaßlich in die Antipsychotika-Response involvierten Gen-Loci könnte zukünftig auch von praktischer Bedeutung sein. Sie könnten zukünftig als Biomarker dienen und auch bei der individualisierten Therapieentscheidung helfen.

Quelle:

Yu H et al. für das Chinese Antipsychotics Pharmacogenomics Consortium: Five novel loci associated ... Lancet Psychiatry 2018 [Epub 1. März; doi: 10.1016/ S2215-0366(18)30049-X 1]

ICD-Codes: F20.9

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