Biopsie führte auf die richtige Spur | Neuro-Depesche 3/2004

Fehldiagnose: Malignes Gliom

Bei vier japanischen Patienten wurden raumfordernde Läsionen des Gehirns entdeckt. Die bildgebenden Verfahren deuteten bei allen Betroffenen auf Malignome hin. Erst mit der Biopsie konnte die richtige Diagnose gestellt werden.

Drei der vier Personen litten unter einer Hemiparese, einer unter einer homonymen Hemianopsie. Bei allen Patienten zeigten sich in der kranialen MRT Raumforderungen mit verlängerten T1- und T2-Zeiten sowie eine Gadolinium-Anreicherung. Auch die Befunde der Protonen-MR-Spektroskopie und der 201Ti-SPECT waren für maligne Gliome typisch. In allen Fällen wurde eine stereotaktische Hirnbiopsie durchgeführt, bei keinem Patienten maligne Zellen gefunden. Vielmehr wurden Leukozyteninfiltrationen, Schaumzellen und Gliose festgestellt und jeweils die Diagnose einer demyelinisierenden entzündlichen Erkrankung gestellt. Zwei Patienten wurden darauf hin mit Steroiden behandelt, zwei lediglich beobachtet. In allen Fällen kam es zum Rückgang der Gd-Anreicherung und letztendlich sogar zum Verschwinden der Kontrastmittelaufnahme in der MRT.

Quelle: Hayashi, T: Inflammatory demyelinating disease mimicking malignant glioma., Zeitschrift: JOURNAL OF NUCLEAR MEDICINE, Ausgabe 44 (2003), Seiten: 565-569

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