Ernährung und Schulleistungen | Neuro-Depesche 1-2/2020

Esst mehr Fisch, Kinder!

Wie hoch die Zufuhr an den langkettigen Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) für eine gesunde Hirnentwicklung sein sollte, wird noch diskutiert. Jetzt wurde in der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) nach Zusammenhängen zwischen Fischkonsum und Schulleistung gesucht. Es fand sich interessanterweise ein nichtlinearer, U-förmiger Zusammenhang.
Die 2003/06 initiierte Kohortenstudie KiGGS umfasst mehr als 17.000 Teilnehmer. Der Fischkonsum wurde in Gramm pro Tag erfasst, Indikatoren der kognitiven Leistung waren die Schulnoten.
Verglichen mit keinem oder einem sehr begrenzten Fischverzehr fand sich für eine Aufnahme von ca. 8 g Fisch pro Tag ein signifikanter Zusammenhang mit einer um 16% bzw. 19% besseren Schulnote in den Fächern Deutsch (Odds Ratio [OR]: 1,193; 95 %-KI: 1,049 – 1,358) und Mathematik (OR: 1,16; 95 %-KI: 1,022 – 1,317).
Mit Ausnahme der Noten in Deutsch, für die auch ein höherer Fischverzehr vorteilhaft war, zeigten die Assoziationen allerdings ein nichtlineares, sondern U-förmiges Muster. Sie neigten dazu, sich bei höheren Fischmengen zu verringern. JL

Kommentar

In der KiGSS fand sich ein U-förmiges Muster zwischen der Fischaufnahme, sprich der Zufuhr an DHA und EPA, und der Schulleistung der Kinder. Dass sich bei sehr hohem Konsum negative Effekte auf die Kognition zeigten, könnte den Autoren zufolge auf der vermehrten Aufnahme von Quecksilber oder anderen Schadstoffen beruhen. Da die Hälfte aller Kinder unterhalb der minimalen Verzehrmengen blieben, sollte der Konsum an Fisch (mit niedrigen Quecksilber- Konzentrationen!) stärker gefördert werden, damit das Minimum an langkettigen mehrfach ungesättigter Fettsäuren aufgenommen wird.
Quelle: Lehner A et al: Fish consumption is associated with school performance in children in a non-linear way: Results from the German cohort study KiGGS Evol Med Public Health 2019; 2020(1): 2-11

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