Atypische Antipsychotika

Neuro-Depesche 6/2008

Erhöhte Mortalität bei Schizophrenie-Behandlung?

Zur Diskussion, wie sich Atypika auf die Mortalität auswirken, steuerten Forscher nun Zahlen aus der Therapie Erwachsener mit Schizophrenie bei, die anhand von US-Zulassungsdaten der Food and Drug Administration (FDA) berechnet wurden.

Analysiert wurden die vor der klinischen Zulassung erhobenen FDA-Sicherheitsdaten (Summary Basis of Approval, SBA) von 16 791 schizophrenen Patienten, die zwischen 1982 und 2002 die Atypika Olanzapin, Quetiapin, Risperidon und Ziprasidon sowie die zugelassenen Substanzen Haloperidol oder Chlorpromazin oder aber Plazebo erhalten hatten.

126 Patienten waren während der Studien verstorben, zumeist an Suizid (28%), kardiovaskulären Erkrankungen (18%), Atemwegserkrankungen (27%) oder Unfällen (6%). Die Mortalitätsraten insgesamt waren in den Studien zu Ziprasidon am höchsten (1,0%) und in den Quetiapin-Studien am geringsten (0,5%).

Bezogen auf 100 000 Personen lagen sie bei 2055 (Atypika), 8081 (Plazebo) und 1628 (Haloperidol/Chlorpromazin). Die Analyse auf der Basis der Expositionsjahre fiel eindeutig aus: Das Gesamtmortalitätsrisiko, bezogen auf alle vier Atypika, lag um 77% niedriger als in der gepoolten Plazebo-Gruppe (Odds Ratio: 0,23). Zwischen Haloperidol/Chlorpromazin und Plazebo bestand sogar eine Risikoreduktion um 81% (OR: 0,19). Der Unterschied zu Plazebo war jeweils signifikant (p < 0,05).

Die Generalisierbarkeit dieser Befunde könnte durch methodische Mängel der Studie (u. a. hoher Anteil fehlender Patientendaten zur Todesursache etc.) allerdings begrenzt sein, so die Autoren.

Quelle: Khan, A: Mortality risk in patients with schizophrenia participating in premarketing atypical antipsychotic clinical trials., Zeitschrift: JOURNAL OF CLINICAL PSYCHIATRY, Ausgabe 68 (2007), Seiten: 1828-1833
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