Tiefe Hirnstimulation

Neuro-Depesche 4/2008

Erhöhte Langzeitmortalität in Frankreich

Die tiefe Hirnstimulation des Nucl. subthalamicus (STN-DBS) ist bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung ein etabliertes Verfahren zur Verbesserung der Beweglichkeit wie der Lebensqualität. Todesfälle unmittelbar nach dem Eingriff sind selten. Wie aber steht es mit der Langzeitmortalität?

171 Patienten mit schweren Levodopa-assoziierten Komplikationen im Alter von durchschnittlich 57 Jahren hatten sich im Pariser Krankenhaus Salpêtrière beginnend mit dem Jahr 1996 einer STN-DBS unterzogen. Der Auswertungszeitraum endete 2005. Es gab keine ernsten perioperativen Komplikationen, die mittlere Follow-up-Dauer betrug 41 Monate.

Innerhalb von acht bis 83 Monaten nach dem Eingriff (durchschnittl. 43 Monate) verstarben 16 der 171 Patienten (9%). Nach der Mortalität der französischen Normalbevölkerung wären jedoch lediglich sechs Todesfälle zu erwarten gewesen. Die Überlebensrate nach Operation betrug 97% nach zwei und 89% nach fünf Jahren. Bei vier der Verstorbenen konnte keinerlei Bezug zur Parkinson-Erkrankung oder der DBS hergestellt werden. Auch in den Stimulationsparametern ergaben sich keine bedeutsamen Unterschiede zu den überlebenden Operierten.

Als einziger unabhängiger prognostischer Faktor für eine erhöhte Mortalität erwies sich eine postoperative Verschlechterung der Kognition nach Mattis-Skala (standardisierte Mortalitätsrate: 2,9: p < 0,0001).

Da die erhöhte Sterblichkeit nicht in direktem Zusammenhang mit der STN-DBS zu stehen scheint (sondern möglicherweise aufgrund der geringen Fallzahlen zufallsbedingt war), darf der Eingriff den Autoren zufolge weiterhin als indiziert angesehen werden. Es sind aber weitere Untersuchungen notwendig. (rf)

Quelle: Schupbach, MW: Mortality in patients with Parkinson's disease treated by stimulation of the subthalamic nucleus, Zeitschrift: MOVEMENT DISORDERS, Ausgabe 22 (2007), Seiten: 257-261
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