Morbus Alzheimer | Neuro-Depesche 10/2004

Dosisabhängig erhöhtes Risiko für Raucher

Chinesische Wissenschaftler untersuchten in einer zweijährigen prospektiven Follow-up-Studie, ob Raucher ein erhöhtes Risiko haben, später an einer Demenz zu erkranken.

Von 2820 Männern und Frauen im Alter von >= 60 Jahren hatten 1093 (38,8%) noch nie geraucht, 793 (28,1%) waren ehemalige und 934 (33,1%) aktuell aktive Raucher. Nach DSM-III-R-Kriterien und mittels MMST diagnostiziert, erkrankten 121 Teilnehmer an einer Demenz (69% vom Alzheimer-Typ, 14% vaskulären Ursprungs, 17% andere Demenzformen). Unter Berücksichtigung der Einflussfaktoren Alter, Geschlecht, Ausbildung, Blutdruck und Alkoholkonsum hatten Personen, die mindestens eine Zigarette täglich rauchen, im Vergleich zu Nichtrauchern ein etwa zweieinhalbfach erhöhtes relatives Risiko für eine Demenz vom Alzheimer-Typ (DAT) (RR = 2,72) oder eine vaskuläre Demenz (RR = 2,56). Gegenüber Wenig-Rauchern (< 26 Schachteln/ Jahr) waren starker Raucher (> 40 Schachteln pro Jahr) stärker Alzheimer-gefährdet (RR = 3,03) als Raucher mit mittlerem Konsum (26 bis 49 Schachteln/Jahr, RR = 2,56), erstaunlicherweise aber nicht die sehr starken Raucher (50 bis 156 Schachteln/Jahr, RR = 1,72). Bei ehemaligen Rauchern bestand dagegen insgesamt kein erhöhtes Demenzrisiko.

Quelle: Juan, D: A 2-year follow-up study of cigarette smoking and risk of dementia, Zeitschrift: EUROPEAN JOURNAL OF NEUROLOGY, Ausgabe 11 (2004), Seiten: 277-282

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?