Safinamid wirkt auf Motorik und NMS | Neuro-Depesche

Die Praxiserfahrungen entsprechen den Studien

Das dual wirkende Safinamid kann bei Parkinson-Patienten nicht nur die Motorik und Fluktuationen sondern auch nichtmotorische Symptome (NMS) wie Schmerzen bessern und die Lebensqualität erhöhen. Dass dabei die Ergebnisse klinischer Studien den praktischen Erfahrungen im Behandlungsalltag entsprechen, wurde jetzt auf der von Zambon unterstützten internationalen „Parkinson-Akademie“ in Barcelona bestätigt.

Safinamid wird zur Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson im mittleren bis fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung eingesetzt, bei denen es im Verlauf der Levodopa-Therapie zu motorischen Komplikationen wie Fluktuationen und Dyskinesien kommt. Aufgrund seines dualen Wirkmechanismus mit einer dopaminergen und einer anti-glutamatergen Komponente kann das Medikament sowohl die motorischen Kardinalsymptome und die On-Off-Fluktuationen positiv beeinflussen als auch nicht-motorische Beschwerden verringern.

Die 250 europäischen Parkinson-Experten kamen zu dem Schluss, dass die Therapieerfahrungen mit Safinamid weitgehend mit den Beobachtungen aus den klinischen Studien übereinstimmen. „Safinamid verlängert und verstärkt die Wirkung des Levodopa“, erläuterte Prof. Dirk Woitalla, Essen. „Die Patienten berichten über eine Verringerung der Off-Zeiten und eine Verbesserung der Beweglichkeit.“ Beispielsweise erhöhte sich in der großen SETTLE-Studie (n=549) die tägliche On-Zeit der Parkinson-Patienten unter Safinamid nach 24 Wochen um 1,4 h (vs. 0,5 h unter Plazebo) – mit entsprechender Abnahme der Off-Zeit. Darüber hinaus hatte sich auch die gesamte Motorik (nach UPDRS III) gegenüber Plazebo signifikant verbessert. Nach den Beobachtungen des Neurologen geht die On-Zeit- Verlängerung mit einem deutlichen Gewinn an Lebensqualität einher. „Einige Patienten verlieren die Off-Zeiten sogar ganz und sind den ganzen Tag gut beweglich. Aber auch Verbesserungen um eine oder zwei Stunden sind für die Patienten bedeutsam“, betonte Woitalla. Italienische Kollegen berichten in Barcelona über positive Auswirkungen von Safinamid auf das bekanntlich nur schwer behandelbare Freezing. „Ein interessanter Aspekt, den es weiter zu beobachten gilt“, so der Experte. Neben den motorischen Therapiewirkungen berichteten die Teilnehmer der Akademie auch von Effekte von Safinamid auf unterschiedliche NMS, darunter Schmerzen und Denkfähigkeit. Einige seiner Patienten berichteten nach Beginn der Safinamid-Zusatztherapie in der Tat, klarer denken zu können, hob Woitalla hervor. Effekte auf die NMS werden mit der Modulation der Natrium- und Calciumkanäle in Verbindung gebracht, die die überschießende Freisetzung des erregenden Transmitters Glutamat verringert.

Mit diesem im internationalen Austausch bestätigten klinischen Nutzen stellt das (gut verträgliche) Safinamid „eine Bereicherung der therapeutischen Optionen“ dar, sagte Woitalla. Um sein Wirkpotenzial optimal auszuschöpfen, ist es nach seinen Worten vorteilhaft, Safinamid schon früh einzusetzen, d.h. wenn unter Levodopa erste Anzeichen für Verschlechterungen auftreten. JL

EUROPÄISCHES EXPERTENTREFFEN „Parkinson-Akademie“, 1. Feb. 2018 in Barcelona. Unterstützt von Zambon. Safinamid: Xadago®


Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.