Hinweise für Lebensplanung | Neuro-Depesche 10/2001

Demenzverlauf prognostizieren

In einer italienischen Studie wurden 76 Patienten im Durchschnittsalter von 68 Jahren mit wahrscheinlicher Alzheimer-Demenz (NINDS-ADRDA-Kriterien) auf den prognostischen Wert des regionalen zerebralen Blutflusses (rCBF) untersucht.

Nach 133Xe-Inhalation wurde der rCBF in einer kombinierten Region - untere Parietallappen-Anteile und Übergang zwischen hinterem Temporal- und vorderem Okzipitallappen - in beiden Hemisphären ermittelt und mit diversen klinischen Endpunkten in Beziehung gesetzt. Der initiale rCBF beidseits prädizierte signifikant das Erreichen aller Endpunkte: den Rückgang an bewältigbaren basalen Alltagsaktivitäten (ADL) (= 32 Patienten nach durchschnittlich 20,6 Monaten), das Auftreten einer Harn- oder Stuhlinkontinenz (= 31 Patienten nach 27,1 Monaten) und demenzbedingtem Tod (z. B. Infektion oder Kachexie bei einem Wert von 7 auf der Global Deterioration Scale; = 16 Patienten nach 40,9 Monaten). Diese Zusammenhänge bestanden auch in der Subgruppe jüngerer, weniger dementer Patienten und bestätigten sich - mit Ausnahme des Endpunktes Tod - in einer Multivarianzanalyse. Die Veränderungen gehen höchstwahrscheinlich sowohl auf den Neuronenverlust als auch auf eine reduzierte synaptische Aktivität zurück.

Quelle: Nobili, F: Regional cerebral blood flow and prognostic evaluation in alzheimer`s disease, Zeitschrift: DEMENTIA AND GERIATRIC COGNITIVE DISORDERS, Ausgabe 12 (2001), Seiten: 89-97

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