Bevölkerungsbasierte HUNT-Studie | Neuro-Depesche 10/2019

CrP-Spiegel korreliert mit Kopfschmerz-Häufigkeit

In mehreren Studien zur Migräne – und in jüngerer Zeit auch bei Personen mit Migräne und Schlaflosigkeit – wurden bei den Betroffenen mit Methoden zur Messung geringer Konzentrationen des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CrP) erhöhte „high sensitivity“-CRP (hs-CRP)-Spiegel festgestellt. In einer Nachauswertung der bevölkerungsbasierten Großstudie HUNT wurde jetzt differenziert nach diesem Zusammenhang gesucht.
An der dritten Welle der von 2006 bis 2008 durchgeführten norwegischen Gesundheitsstudie HUNT nahmen 50.807 von insgesamt 94.194 Personen (≥ 20 Jahren) teil. Unter ihnen lagen bei 38.807 Messwerte von hs-CRP und Angaben zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit vor. Ein erhöhter hs-CRP-Spiegel wurde als Konzentrationen > 3,0 mg/l definiert.
13.990 (36,0 %) Teilnehmer litten im letzten Jahr unter Kopfschmerzen: 3.793 (9,8 %) erfüllten die Migräne-Kriterien, 2.139 (5,5 %) hatten eine Migräne mit Aura (MmA), 1.654 (4,3 %) eine Migräne ohne Aura (MoA) und 10.197 (26,3 %) andere Kopfschmerzen.
In einem auf mehrere Variablen adjustierten Modell war ein erhöhter hs-CRP-Spiegel signifikant mit einer Migräne-Erkrankung (Odds Ratio: 1,14; p < 0,01) und gleichermaßen mit einer MmA (OR: 1,15; p < 0,002), nicht aber mit einer MoA (p = 0,23) oder anderen Kopfschmerz-Arten (p = 0,16) assoziiert.
Der Zusammenhang war am stärksten bei den Menschen mit den häufigsten Attacken (≥ 15 Tagen/Monat): So bei jenen mit jeglichen Kopfschmerz-Arten (OR 1,26), bei jenen mit Migräne (OR 1,62) und bei jenen mit MmA (OR 1,84). Eine Zusatzanalyse ergab, dass alle Zusammenhänge nur bei Patienten ohne Insomnie signifikant ausfielen – dies betraf allerdings 93 % der Teilnehmer.
Bei Personen mit selteneren Attacken (< 7 Tage/Monat) wurde in keiner Kopfschmerz-Gruppe eine eindeutige Beziehung zwischen hs-CRP-Werten und Kopfschmerz-Häufigkeit gefunden. HL

Kommentar

Hohe Spiegel an hs-CRP sind mit häufigeren Kopfschmerzen verbunden. Besonders betroffen waren Personen mit einer Migräne mit Aura. Hier ergibt sich ein interessanter Link zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko sowohl bei Menschen mit hohen CRP-Konzentrationen einerseits und (weiblichen) Patienten mit Migräne mit Aura andererseits.
Quelle: Hagen K et al.: The impact of C-reactive protein levels on headache frequency in the HUNT study 2006-2008. BMC Neurol 2019; 19(1): 229 [Epub 26. Sept.; doi: 10.1186/s12883-019-1462-8]
ICD-Codes: G43.9

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