Spezifisches Kognitionstraining

Neuro-Depesche 5/2014

CogniPlus – oder reicht eine Spielekonsole?

Parkinson-Patienten weisen häufig relevante Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen auf. Schweizer Neurologen untersuchten nun, ob sich die Einschränkungen durch das Computer-basierte kognitive Trainingsprogramm CogniPlus stärker bessern lassen als durch ein unspezifisches Training an einer Spielekonsole.

Teilnehmer waren 39 Patienten mit einem idiopathischen Parkinson-Syndrom im durchschnittlichen Alter von 66 bzw. 70 Jahren. Sie befanden sich im Hoehn und Yahr-Stadium 2 und wiesen nach dem MMST (29 Punkte) keine kognitiven Defizite auf.

19 Patienten nahmen an dem kognitiven Training teil, das verschiedene Module zu Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung/exekutive Funktionen etc. umfasste. 20 Patienten unterzogen sich (im Sitzen) einem unspezifischen Training mittels vier bewegungsgesteuerter Sportspiele auf Konsole (Nintendo Wii), das lediglich auf die Verbesserung der Motorik/Koordination ausgerichtet war. Jede der dreimal in der Woche über vier Wochen abgehaltenen Sitzungen dauerte 40 Minuten. Primärer Studienendpunkt waren Veränderungen in fünf kognitiven Domänen anhand der Werte einer umfangreichen neuropsychologischen Testung mittels California Verbal Learning Test, Attentional Performance Test etc.

In beiden Gruppen kam es zu einer signifikanten Besserung in allen fünf Bereichen (p < 0,04). Der einzige signifikante Unterschied zwischen den Gruppen ergab sich in der Aufmerksamkeit. Allerdings profitierten darin wider Erwarten die Wii-Patienten stärker als die CogniPlus-Teilnehmer, nämlich um fast eine (0,8) Standardabweichung der Baseline-Scores (95%-Konfidenzinterval: -1,49 bis -0,11). Darüber hinaus fielen die Veränderungen in den beiden Einzeltests zur Visuokonstruktion und episodischem Gedächtnis tendenziell zugunsten der WII-Gruppe aus. Veränderungen des Arbeitsgedächtnisses und der exekutiven Funktionen unterschieden sich dagegen nicht.

Interessanterweise waren die Leistungszuwächse bei den Patienten mit anfangs besserem Arbeitsgedächtnis und besseren exekutiven Funktionen geringer. JL

Quelle: Zimmermann R et al.: Cognitive training in Parkinson disease: Cognition-specific vs nonspecific computer training., Zeitschrift: NEUROLOGY, Ausgabe 14 (2014), Seiten: 1219-1226
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