Periphere neuropathische Schmerzen | Neuro-Depesche 4/2013

Chronifizierung abwenden mit Capsaicin-Pflaster

Je früher periphere neuropathische Schmerzen aller Art mit 8%igem Capsaicin-Pflaster behandelt werden, desto größer, andauernder und kostensparender ist der Therapieerfolg. Das belegen aktuelle Auswertungen einer Anwendungsstudie mit mehr als 1000 Patienten.

Periphere neuropathische Schmerzen sind schwer behandelbar, chronifizieren leicht und belasten die Patienten körperlich wie psychisch auf lange Sicht außerordentlich und schränken die Arbeitsfähigkeit oft langfristig ein.

Aktuelle Auswertungen einer 2012 abgeschlossenen nicht-interventionellen Studie mit über 1000 Patienten (QUEPP-Studie) haben nun erstmals gezeigt, dass die einmalige, maximal einstündige Applikation des Capsaicin 8% Pflasters bei einem breiten Spektrum von peripheren neuropathischen Schmerzen bei nicht-diabetischen Erwachsenen wirksam ist, berichtete der wissenschaftlich Leiter der Studie, Prof. Christian Maihöfner, Erlangen. Der Therapieerfolg war umso größer, je früher im Krankheistverlauf mit Capsaisin 8% Pflaster behandelt wurde, d. h. nicht nur die Ansprechraten, sondern auch die Schmerzreduktion und die Dauer des analgetischen Effekts waren bei Patienten, die seit weniger als zwei Jahren an peripheren neuropathischen Schmerzen litten, überdurchschnittlich gut. Gleichzeitig traten signifikant seltener Schmerzattacken und schmerzbedingte Aufwachphasen in der Nacht auf.

Durch eine frühzeitige, erfolgreiche Behandlung mit dem Capsaicin 8% Pflaster könnten zudem direkte und indirekte Kosten eingespart werden, diskutierte Dr. Thomas Cegla, Wuppertal, den volkswirtschaftlichen Nutzen dieser Therapie. In der QUEPP-Studie sank z. B. der Anteil der Patienten, die eine Begleitmedikation fu?r neuropathischen Schmerz benötigten, von 74% auf 64%, und insgesamt wurden weniger nicht medikamentöse Begleittherapien gebraucht. Gleichzeitig stieg – gemessen an der Anzahl der Fehltage am Arbeitsplatz – die Arbeitsfähigkeit der Patienten: Fehlten die Studienteilnehmer im Dreimonatszeitraum vor der Behandlung 13,75 Tage, so waren es 12 Wochen nachher nur 10,43 Tage bzw. 25% weniger. AY


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