Akuttherapie und Phasenprophylaxe - Bipolare Erkrankung

Neuro-Depesche 1/2004

Bewährtes Atypikum als Mittel der Wahl?

In der medikamentösen Behandlung bipolarer Störungen verfügen atypische Antipsychotika über klare Vorzüge. Für das Atypikum Olanzapin wurden die antimanische Akutwirkung und die stimmungsstabilisierende, phasenprophylaktische Wirksamkeit bei bipolar erkrankten Patienten in kontrollierten Studien mehrfach nachgewiesen.

Bei bipolarer Störung stellen atypische Neuroleptika nach M. Schmauß, Augsburg, eine willkommene Alternative zu den Phasenprophylaktika Lithium und Carbamazepin und konventionellen Antipsychotika dar. Sie sind bei psychiatrischen Erkrankungen inzwischen Mittel der Wahl, insbesondere, wenn von einem erhöhten Risiko für extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen auszugehen ist, wie das bei bipolar erkrankten Patienten grundsätzlich der Fall ist. M.R. Lemke, Bonn hob neben einer starken antimanischen Wirkung bei Abwesenheit gravierender Nebenwirkungen, speziell motorischer Symptome, als besonders günstige Eigenschaft die Behandlungskontinuität heraus; dass sich ein Medikament also von der Akut- über den Rückfallschutz bis zur Phasenprophylaxe einsetzen lässt. Diese Anforderungen werden von Olanzapin erfüllt, das als schnelllösliche orale Zubereitung, als Tablette und - demnächst - auch als i.m.-Zubereitung verfügbar ist. Olanzapin bedarf keiner langsamen Titrierung und führt in der Akutbehandlung zu einer schnellen Reduktion der Agitation. Nach Lemke liegen für Olanzapin in der Akuttherapie der bipolaren Störungen und der Prophylaxe im Vergleich zu anderen Neuroleptika die meisten Daten vor. H. Grunze, München, bestätigte die Klasse-I-Evidenz für Olanzapin u. a. anhand der Ergebnisse dreier kontrollierter Studien zur Langzeitprophylaxe. Olanzapin bewirkte gegenüber Lithium eine gleich starke Verhinderung depressiver Rückfälle und eine signifikant stärkere Verhütung manischer Phasen. Damit bietet es sich zur Akuttherapie und zur langfristigen Stimmungsstabilisierung an. (JL)

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