MST bei therapierefraktärer Schizophrenie | Neuro-Depesche 1-2/2018

Bessere BPRS-Scores, höhere Lebensqualität

Zertifizierte Fortbildung

Die Magnetic seizure therapy (MST) ist ein vielversprechendes neues Neuromodulationsverfahren. Nachdem die Technik in Studien bei depressiven Patienten – bei guter Verträglichkeit – zu klinischen Besserungen geführt hat, wurde sie nun erstmals bei therapieresistenten Patienten mit Schizophrenie eingesetzt.

In die offene Pilotstudie wurden acht schizophren oder schizoaffektiv erkrankte, mehrfach erfolglos antipsychotisch vorbehandelte Patienten (durchschnittlich 46 Jahre alt) aufgenommen. Ihre Symptome waren mittelschwer bis schwer (Brief Psychiatric Rating Scale [BPRS]-Score ≥ 37). Die MST wurden zwei- bis dreimal wöchentlich in bis zu 24 Sitzungen angewendet. Vier Patienten beendeten die Studie protokollgemäß.
Outcome-Parameter waren Veränderungen der BPRS-Werte und der Lebensqualität nach dem Quality of Life Enjoyment and Satisfaction Questionnaire (Q-LES-Q). Außerdem wurden mögliche kognitionsverschlechternde Effekte der MST anhand einer neuropsychologischen Testbatterie, des Autobiographical Memory Inventory (AMI) und des Montreal Cognitive Assessment (MoCA) untersucht.
Alle acht Patienten erfuhren durch die Behandlung eine signifikante klinische BPRS-Besserung und eine deutliche Zunahme der Lebensqualität. Drei Patienten erreichten sogar die (vorab definierten) Kriterien für eine Remission (BPRS-Summenwert ≤ 25) und ein weiterer die Response-Kriterien (BPRS-Besserung ≥ 25% vs. Baseline).
Die AMI-Scores gingen leicht (aber signifikant) zurück, doch der prä/post-Vergleich der übrigen Tests zeigte keine kognitiven Nebenwirkungen der MST. JL


Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar

Die transkraniale Magnetstimulation erzeugt generalisierte tonisch-klonische Anfälle. Die fokale Hochfrequenzstimulation spart aber, anders als die Elektrokrampftherapie (EKT), den kognitionsrelevanten tiefen Temporallappen aus. Da die Wirksamkeit hoch und die Nebenwirkungen in den Augen der Autoren vernachlässigbar waren, empfehlen sie die Überprüfung in größeren Studien.

Quelle:

Tang VM et al.: Magnetic seizure therapy in treatment- resistant schizophrenia: a pilot study. Front Psychiatry 2018; 8: 310 [Epub 16. Jan.; doi: 10.3389/ fpsyt.2017.00310]

ICD-Codes: F20.8

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