Immunoneuropathien | Neuro-Depesche 10/2000

Behandlungsstrategien verändert?

Auf einem Workshop in Augsburg wurden neue Aspekte der Therapie des Guillain-Barré-Syndroms (GBS), der multifokalen motorischen Neuropathie, der CIPD und anderer Immunoneuropathien diskutiert.

Das GBS umfasst ein weites Spektrum an Verläufen. Schwere Formen können innerhalb von Stunden zur Beatmungspflicht führen. Als ein anerkannt wirksames, aber technisch aufwendiges und invasives Therapieverfahren wird die Plasmapherese nicht nur bei schwersten Verläufen, sondern in niedriger Frequenz auch bei leichten Verläufen mit erhaltener Gehfähigkeit der Patienten eingesetzt. Die alternative immunmodulatorische Behandlung mit IVIG (z. B. 0,4 g/kg/Körpergewicht über fünf Tage) weist bei Patienten mit GBS vor allem die Vorzüge einer einfachen Applikationsart und einer geringeren Nebenwirkungsrate auf. Die Kombination von Plasmapherese und Behandlung mit IVIG hat bislang keine eindeutigen Vorteile gegenüber den einzelnen Verfahren erkennen lassen. Bei der chronischen immunogenen demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) ist Methylprednisolon wegen seiner unerwünschten Wirkungen nicht mehr unbedingt das Mittel der ersten Wahl. Dies gilt besonders, seit die Effektivität der IVIG-Behandlung nachgewiesen wurde. Neueste klinische Daten lassen vermuten, dass IgM-angereichertes Immunglobulin hier mit noch positiveren Wirkungen eingesetzt werden kann. Diese Option scheint auch für Patienten mit multifokaler motorischer Neuropathie zu gelten, wenn die klassische IVIG-Therapie nicht die gewünschte Wirkung zeigt. (JL)

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