Migräne-Prophylaxe mit Fremanezumab in der FOCUS-Studie | Neuro-Depesche 7-8/2019

Auch schwer behandelbare Patienten profitieren

Die Calcitonin Gene Related Peptide (CGRP)-Antikörper haben die Migräne-Prophylaxe revolutioniert. Auf dem 13th European Headache Congress (EHF) in Athen wurden aktuelle Daten der FOCUS-Studie vorgestellt, in der Patienten mit einer schwer behandelbaren chronischen (CM) oder episodischen Migräne (EM) mit dem CGRP-Antikörper Fremanezumab behandelt werden. Auf einer Presseveranstaltung von Teva wurden von einer Expertin neben der Studienlage auch die bisherigen klinischen Erfahrungen präsentiert.
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Migräne- Prophylaktika, erläuterte Prof. Dr. Dagny Holle-Lee, Westdeutsches Kopfschmerzzentrum Essen, zeichnen sich CGRP-Antikörper durch ihre gute Verträglichkeit aus, die mit einer hohen Adhärenz der Patienten einhergeht. Das an den CGRP-Liganden bindende Fremanezumab ist das einzige Medikament dieser Antikörper-Klasse mit einem flexiblen Injektionsintervall: Neben der monatlichen Injektion ist auch eine Quartalsdosis verfügbar, so dass Arzt und Patient flexibel das individuell geeignete Therapieschema auswählen können, betonte Holle-Lee.
Im klinischen Alltag „haben wir viele Patienten, die bereits einige prophylaktische Therapieversuche erfolglos durchlaufen haben – sei es aufgrund mangelnder Wirksamkeit oder zu starker Nebenwirkungen“, erläuterte Holle-Lee. Bei anderen sind einige der herkömmlichen Optionen kontraindiziert. Um dieser alltäglichen Situation gerecht zu werden, wurden in die FOCUS-Studie (nach den Vorgaben des G-BA) Patienten mit einer schwer behandelbaren EM oder CM aufgenommen, die bereits auf zwei bis vier prophylaktische Therapien nicht oder nicht ausreichend angesprochen hatten. Die monatlichen Migräne-Tage als primärer Endpunkt konnten in FOCUS um 4,1 Tage KOMMENTAR Der Vergleich der verschiedenen Neuromodulations- Therapien erwies sich aufgrund großer Heterogenität der Studiendesigns und mangelnder statistischer Power als äußerst schwierig. Die Autoren bemängeln, dass in vielen Studien nicht die etablierten IHS-Wirksamkeitskriterien eingesetzt worden waren. Untersuchungen zu den Neuromodulations-Geräten sollten darauf abzielen, das gleiche Maß an wissenschaftlicher Genauigkeit zu erreichen, wie Medikamenten-Studien. In Kürze sollen übrigens gerätespezifische Richtlinien für Migräne und Cluster-Kopfschmerz verfügbar sein. (monatliche Gabe) bzw. 3,7 Tage (Quartalsdosis) reduziert werden (Placebo: 0,6 Tage; p < 0,0001). Wie zuvor im HALO-Programm waren die Unterschiede zugunsten Verum bereits nach einer Woche signifikant.
„In den letzten Jahren konnten wir bereits Erfahrungen mit Fremanezumab sammeln“, schilderte Holle-Lee in Athen. Gerade bei den langjährig erkrankten Patienten, die schon unzählige Therapien ausprobiert und die Hoffnung auf Besserung praktisch aufgegeben hatten, wurden noch beeindruckende Rückgänge der Migräne-Tage gesehen. Viele Patienten berichteten, „ein ganz neues Leben gewonnen zu haben, endlich einmal keine Familienfeier mehr ausfallen lassen zu müssen und auch auf der Arbeitsstelle nicht mehr so häufig zu fehlen“. Holle-Lee: „Noch nie habe ich so viele dankbare Patienten erlebt.“ JL
Quelle: Presselunch: „Migräne-Prophylaxe mit Fremanezumab – Aktuelles aus Wissenschaft und Praxis“ 13th European Headache Congress (EHF), Athen, 31. Mai 2019. 

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